Mittwoch, 10. Oktober 2018

„Wollen keine zerstückelten Tiere auf der Alm“

Über 50 Schafe und Ziegen fielen heuer Wolfsangriffen im Umkreis der Seiser Alm zum Opfer. Bei der Plattkofelalm kam es kürzlich sogar zu einer Wolfsattacke am helllichten Tag und im Beisein einer Hirtin. Bauern aus Völs und Tiers überlegen deshalb, ob sie ihre Tiere nächstes Jahr überhaupt noch auf die Alm bringen. Beim Almabtrieb in Völs protestierten sie gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Raubtieres.

Beim Almabtrieb in Völs protestierten die Bauern aus Völs und Tiers gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Raubtieres.  - Foto: Bauernbund
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Beim Almabtrieb in Völs protestierten die Bauern aus Völs und Tiers gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Raubtieres. - Foto: Bauernbund

Die Bauernfamilien machten mit einem Spruchband auf die Gefahr durch Wölfe für ihre Tiere und die Almbeweidung aufmerksam.

„Wir sind nicht gegen den Wolf an sich“, betont Bauer Andreas Verant im Video des Südtiroler Bauernbundes, „aber wenn man sieht, wie die Tiere zerstückelt werden, kann das niemand gutheißen.“

Auch Hirte Simon Mair bedauert die Risse von Schafen und Ziegen. „Wenn Tiere abstürzen oder durch Blitze sterben, ist das höhere Gewalt, gegen die man machtlos ist. Aber Wolfsrisse kann man sehr wohl verhindern“, unterstreicht Mair. Der junge Hirte fordert die Politik zum entschiedeneren Handeln auf: „Wenn die Politik härter durchgreifen würde, dann würde das nicht mehr passieren.“

Oswald Schwarz, Bergbauernvertreter im Landesbauernrat, macht auf die drohenden Folgen für die Almen aufmerksam: „Unsere Almen liegen in einem touristisch gut erschlossenen Gebiet, in dem viele Wanderer und Mountainbiker unterwegs sind“, unterstreicht er. 

„Mit Elektrozäunen und Herdenschutzhunden würde man Almen als Tourismus- und Erholungsraum in Gefahr bringen, was weder im Sinne der Landwirtschaft noch des Tourismus und der einheimischen Bevölkerung sein kann.“

stol

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