Ein brisantes Schreiben vom 12. Januar, das an die Staatsanwaltschaft gerichtet ist, sorgt derzeit für Aufsehen. Verfasst wurde es von Nina Fournier, der Anwältin der Nebenklage. <BR /><BR />Wie die Zeitung „Bild“ berichtet, geht aus dem Dokument hervor, dass es konkrete Hinweise auf Fluchtvorbereitungen geben könnte. Demnach soll eines der Familienmitglieder der Morettis Kontakt zu einem privaten Luftfahrtunternehmen aufgenommen haben, um möglicherweise einen Privatjet für eine Ausreise aus der Schweiz zu chartern.<BR /><BR />Anwältin Fournier fordert die leitende Staatsanwaltschaft nun dazu auf, diesen Hinweisen konsequent nachzugehen. Insbesondere soll geklärt werden, ob das Ehepaar bei Anbietern an den Flughäfen in Sitten (Sion) oder Genf vorstellig wurde.<h3> Entscheidende Tage bei der Staatsanwaltschaft</h3>Die Veröffentlichung dieser Vorwürfe fällt in eine kritische Phase für die Beschuldigten. Laut Informationen von „Le Figaro“ müssen der 49-jährige Jacques Moretti und seine 40-jährige Ehefrau Jessica diese Woche zum zweiten Mal zur Aussage bei der Staatsanwaltschaft erscheinen. Während bei der ersten Befragung am 9. Januar noch die Persönlichkeitsprofile des Paares im Fokus standen, rücken nun die konkreten Geschehnisse der Brandnacht in den Mittelpunkt.<BR /><BR />Während Jacques Moretti am Dienstag um 08.30 Uhr befragt wurde, findet die Einvernahme von Jessica Moretti am Mittwoch zur gleichen Zeit statt.<h3> Kaution oder U-Haft?</h3>Für Jacques Moretti steht bei diesem Termin viel auf dem Spiel. Es wird geprüft, ob er weiterhin in Untersuchungshaft bleiben muss oder ob eine Freilassung unter Auflagen möglich ist. Ein Vertrauter des Paares soll bereit sein, eine Kaution in Höhe von 200.000 Franken für den Gastronomen zu hinterlegen. <BR /><BR />Der Strafrechtler André Kuhn betonte gegenüber Medienvertretern jedoch, dass eine solche Freilassung an strikte Bedingungen geknüpft wäre – Bedingungen, die angesichts der neuen Fluchtgerüchte nun besonders kritisch geprüft werden dürften.