Mittwoch, 31. Januar 2018

„Woodone“: Brillendiebstahl nur vorgetäuscht?

Brillengestelle im Wert von 300.000 Euro waren in der Nacht auf den 15. Jänner aus dem Vahrner Geschäft des Brillenherstellers „Woodone“ gestohlen worden - angeblich. Denn wie die Carabinieri am Mittwoch berichten, sollen die Brillen das Magazin des Geschäfts nie verlassen haben.

Die gestohlene Ware. - Foto: Carabinieri Brixen
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Die gestohlene Ware. - Foto: Carabinieri Brixen

Gegen 3 Uhr morgens am 15. Jänner war ein Fahrzeug gegen das an der Brennerstaatsstraße gelegene Firmengebäude gefahren und hatte die Hausmauer und ein Fenster stark beschädigt. Auf diese Weise war es Einbrechern gelungen, in das Geschäft der international tätigen Hersteller der Holzbrillen von „Woodone“ einzudringen und rund 4000 Brillengestelle sowohl aus dem Geschäft als auch aus dem Lager im Wert von etwa 300.000 Euro zu stehlen.

So zumindest die bisherige Version des Vorfalls.

In einer Aussendung am Mittwoch erklären die Carabinieri jedoch, sie hätten bereits wenige Tage nach dem Vorfall alle angeblich gestohlenen Brillen wieder gefunden - versteckt in mehreren Schachteln in einem der Lager eben jener Brillenhersteller, die den Diebstahl angezeigt hatten.

Nun gehen die Carabinieri von Brixen von einem vorgetäuschten Verbrechen aus. Bereits zu Beginn seien die Ermittler misstrauisch gewesen, immerhin wäre es für die Diebe kein leichtes gewesen, die einzigartigen Brillengestelle auf dem Schwarzmarkt zu verschachern - auch, weil das Markenzeichen mittels Laser eingebrannt ist. Auch seien die Brillengläser des Herstellers so speziell, dass nur wenige Optiker diese einbauen könnten.

Die Staatsanwaltschaft befasst sich nun mit dem Vorwurf des vorgetäuschten Diebstahls. Die angeblich gestohlenen Brillen wurden - anders als sonst - nicht wieder dem Besitzer übergeben, da gegen diesen nun ermittelt wird.

stol

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