Der Tag der Frau sei eigentlich kein Grund zum Feiern, denn viel mehr ein Tag um über die Rolle der Frau in der Gesellschaft nachzudenken, betonte Ulrike Oberhammer. Frauen seien nach wie vor einer Ungleichbehandlung ausgesetzt, die zum Teil schon im Kleinkindalter beginne und sich auch später fortsetze.Als Beispiel nannte Oberhammer den Gesetzesvorschlag zur Abänderung des Sorgerechts und der Unterhaltszahlungen, durch den die Rolle der Frau und Mutter einen wesentlichen Rückschlag erleide.Hoffnung und Armutsbekämpfung in TansaniaLandeshauptmann Kompatscher, der seit Jänner 2019 für den Bereich Chancengleichheit zuständig ist, hob im Rahmen der Pressekonferenz hervor, dass sich besonders in der Entwicklungszusammenarbeit viele Frauen engagierten, sowohl aktiv, als auch als Förderinnen.Hilfe zur Selbsthilfe – darum geht es Julia Lantschner aus Steinegg, die vor 5 Jahren das Projekt "Pa1 – Together for Africa" in Tansania begründet hat und dieses immer noch vor Ort leitet. Sie bietet dabei vor allem bedürftigen, misshandelten und traumatisierte Frauen die Möglichkeit, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen.Mit Ausbildung zur Näherin mehr Selbstbewusstsein Dies erfolgt seit 2016 in Form einer Nähschule, wo eine erfahrene Näherin jungen Frauen innerhalb eines Jahres das Wichtigste ihres Handwerks beibringt. Es gehe darum, Frauen zu befähigen, selbst aktiv zu werden und einen Weg aus Leid, Armut und Unterdrückung zu finden, berichtete Julia Lantschner am Freitag in Bozen.„Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe, die Frauen können durch ihre Arbeit ihre Zukunft selbst finanziell absichern", beschrieb die junge Steineggerin ihren Antrieb.„Yes she can" – Sensibilisierung der Thematik Bildung sei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, dieser müsse aber auch für Frauen gelten – ein Fakt, an dem laut Ulrike Oberhammer immer noch gearbeitet werden müsse. Der Slogan „Yes she can", solle dabei aufhorchen lassen und für die Thematik sensibilisieren. Dieses Motto sei jedoch auch auf Tansania anwendbar, wo Julia Lantschner einen wertvollen Beitrag leiste, um Frauen Bildung und damit ein selbständiges, unabhängiges Leben zu ermöglichen.Der Film zum ProjektLantschner selbst lebt seit mehreren Jahren in Tansania und wurde dort im vorigen Sommer von einer Schülerinnengruppe des Maria-Hueber-Gymnasiums Bozen und einem Filmteam besucht. Die beiden Schülerinnen Karolina Firmian und Nadja Stauder beschrieben den Besuch als wichtige und prägende Lebenserfahrung. Dem Besuch vorausgegangen waren eine Spendenaktion und eine Bewusstseinsbildung, die von Direktorin und Lehrerin Heidi Hintner befördert wurde.Festgehalten wurden Besuch und Projekt im Film „Ticket nach Dar es Salaam. Ein Leben in Tansania" von Anita Rossi und Peter Obexer gezeigt. stol