Beratungsstelle seit 1992 in BetriebDie Fachstelle des Südtiroler Jugendringes „young + direct“ gibt es seit 1992. „In den letzten Jahren hat sich besonders die Art der Kontaktaufnahme geändert: Haben sich früher noch viele Jugendliche mit einem Brief an uns gewandt, liegen heute E-Mail mit 62 Prozent und Telefon mit 28 Prozent im Trend. Briefe kommen keine mehr“, sagte die Vorsitzende des Südtiroler Jugendrings (SJR), Kathia Nocker. Veränderungen gab es in den letzen Jahren auch bei den Mitarbeitern. Übernahmen anfangs noch ehrenamtliche Mitarbeiter die Beratung der Jugendlichen, wurden diese später wegen der großen Nachfrage von ausgebildeten Fachkräften ersetzt. Das Besondere an „young & direct“ sei laut Nocker die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche freiwillig zu der Beratung kämen und nicht hingeschickt würden. Außerdem wolle man den Hilfesuchenden nicht vorgefertigte Lösungen bieten, sondern zusammen nach solchen suchen. „Sehr beliebt ist der Dienst wegen der Anonymität und Schweigepflicht, die geboten wird“, so die SJR-Vorsitzende weiter. Neben der Beratung bietet „young + direct“ auch Referats-, Präventions- und Projektarbeit an, und leistet Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem werden Informationsbroschüren entworfen und verteilt. Fast 400 Kontaktaufnahmen weniger als 2009Im Jahr 2010 wandten sich weniger junge Menschen an „young + direct“ als in den Jahren zuvor. „Der Jahresbericht zeigt zwar, dass die Zahl der Hilfesuchenden 2010 zurückgegangen ist, die Dauer der Beratungen nahm aber zu“, betonte Michael Rainer, Leiter der Jugendberatungsstelle. So hätten sich im vergangen Jahr fast 400 junge Menschen weniger an die Jugendstelle gewandt, insgesamt 2317. Die Gesamtdauer der Beratungen stieg aber von 324 auf 374 Stunden. „Persönliche Themen“ beschäftigen Jugendliche am meisten„Es gibt drei Themen, die bei den Beratungen immer wieder abwechselnd an erster Stelle stehen: Sexualität, Partnerschaft und Liebe sowie persönliche Themen“, erklärte der Leiter von „young + direct“.In diesem Jahr sind laut Rainer zum ersten Mal „persönliche Themen“ am meisten gefragt. Unter diese Kategorie fallen Probleme wie mangelndes Selbstvertrauen, Einsamkeit, Trauer oder Niedergeschlagenheit. „Aber auch Beratungen zum Thema Familie und Schule werden immer wichtiger“, betonte Rainer. Bei dem Geschlecht der Ratsuchenden habe sich laut Rainer nicht viel verändert: Mit 77 Prozent wenden sie sich immer noch deutlich mehr Mädchen und junge Frauen an „young + direct“ als gleichaltrige Jungen. Ab Herbst Freiwilligen-Telefon geplant„Unsere Perspektiven für das heurige Jahr liegen darin, die neue Werbekampagne weiter fortzusetzen und noch enger mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft zusammenzuarbeiten“, sagte Michael Peer, Leiter des SJR. Außerdem sei das Freiwilligen-Telefon sehr wichtig: Zurzeit würden zwölf Mitarbeiter ausgebildet, die ab Herbst an den Wochenenden die Beratungen übernehmen. „Damit soll unser Angebot noch erweitert werden“, so Peer abschließend. cr