Freitag, 17. April 2015

Young+Direct auch via WhatsApp beliebt

Am Freitag hat die Jugendberatungsstelle Bilanz über ihre Tätigkeit im Jahr 2014 gezogen. Wie die Verantwortlichen auf der Pressekonferenz erklärten, wird die neue Beratungsschiene WhatsApp von den Jugendlichen sehr stark genutzt.

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Foto: © STOL

Knapp 1.800 Mal haben sich Südtirols Jugendliche an Young+Direct gewandt. Lebenskrisen, psychische Probleme, Fragen rund um die Sexualität, Schwierigkeiten in der Partnerschaft und Liebe sowie Konflikte in der Familie machten ihnen am meisten zu schaffen.

Zur Telefonberatung, E-Mail-Beratung und zum persönlichen Gespräch kam 2012 Facebook als neuer Kanal dazu, im Juni 2014 wurde das Angebot zusätzlich durch Skype und WhatsApp erweitert.

Vor allem WhatsApp hat sich als begehrte Kontaktform entpuppt. In einem halben Jahr wurden auf WhatsApp mit 351 Kontakten fast gleich viele Kontakte verzeichnet, wie am Jugendtelefon über das gesamte Jahr. 

Was Jugendliche 2014 beschäftigte 

Im Jahr 2014 lagen die so genannten persönlichen Themen mit einem Anteil von 32 Prozent auf Platz eins. Lebenskrisen, psychische Probleme, mangelndes Selbstvertrauen und Selbstverletzendes Verhalten fanden sich bei diesen Beratungen ganz oben, gefolgt von Suizidgedanken, Ängsten, Problemen mit dem eigenen Äußeren, Trauer, depressiven Verstimmungen, Einsamkeit. 

Das Thema Sexualität befand sich 2014 auf Platz zwei, der Anteil lag bei 29 Prozent. Nach wie vor ging es hier in erster Linie um Aufklärungsfragen, Schwangerschaft, Verhütung sowie um das „erste Mal“ und sexuelle Praktiken. Deutlich mehr Beratungen als sonst gab es 2014 zum Thema Homosexualität. Auch Versagensängste machen den Jugendlichen im Bereich Sexualität weiterhin sehr zu schaffen. 

Erst an dritter Stelle lag mit 22 Prozent das Thema Partnerschaft/Liebe. In diesem Zusammenhang kamen am häufigsten Verliebtheit, der Wunsch nach einer festen Freundin bzw. einem festen Freund, Schwärmerei sowie Liebeskummer, Beziehungskonflikte und Trennung zur Sprache. 

Annähernd gleich geblieben ist die Anzahl der Beratungen im Bereich Schule/Ausbildung, wobei den Jugendlichen hier am häufigsten Überforderung und Leistungsdruck sowie Ausgrenzung, Spott und Mobbing Probleme bereiteten. Auch die Frage, für welche Ausbildung bzw. Schule sie sich entscheiden sollten, war oft Thema.

Vor allem Mädchen bitten um Rat 

Es suchen vor allem Mädchen Rat bei Young+Direct, ihr Anteil ist seit Jahren annähernd gleich. Im Jahr 2014 waren 74 Prozent der Ratsuchenden weiblich. 

Die wichtigste Altersgruppe war 2014 jene der 17- bis 18-Jährigen, ihr Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr um acht Punkte auf 27 Prozent angestiegen. Während die Bedeutung der 15- bis 16-Jährigen fast gleich geblieben ist, hat jene der 13- bis 14-Jährigen im Jahr 2014 an Bedeutung verloren.

Was die Sprache betrifft, so war auch 2014 der überwiegende Teil der Ratsuchenden deutscher Muttersprache (83 Prozent). Bei den persönlichen Gesprächen hat sich der Anteil der italienischsprachigen Jugendlichen neuerlich deutlich erhöht (von 17 auf 26 Prozent), jener der ladinischsprachigen Jugendlichen ist ebenfalls etwas angestiegen (von 12 auf 14 Prozent).

stol