Montag, 23. März 2020

Zagreb: Aufräumarbeiten nach Erdbeben

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben sind in der kroatischen Hauptstadt Zagreb am Montag die Aufräumarbeiten fortgesetzt worden. Nach Angaben der Behörden wurden bei dem Beben am Sonntag 27 Menschen verletzt, 18 davon schwer. Zwölf Personen mussten im Spital behandelt werden, die Ärzte kämpfen immer noch um das Leben eines 15-jähriges Mädchens, hieß es aus dem Zivilschutzstab.

Mehrere Dutzend Nachbeben mit niedrigerer Intensität.
Mehrere Dutzend Nachbeben mit niedrigerer Intensität. - Foto: © APA (AFP) / DAMIR SENCAR
Das Erdbeben richtete massive Schäden in der Innenstadt an, wo viele Gebäuden über 100 Jahre alt sind. Mindestens 250 Objekte seien beschädigt worden, sagte der Leiter des Zivilschutzstabs, Innenminister Davor Bozinovic. Bauexperten sind weiterhin im Einsatz, um die beschädigten Gebäuden zu untersuchen. Bei den Aufräumarbeiten halfen am Montag 150 Soldaten, weitere 300 waren in Bereitschaft, hieß es.

Rund 60 Personen mussten die Nacht in einem Studentenwohnheim verbringen, das als Notunterkunft für jene Stadtbewohner zur Verfügung gestellt wurde, dern Wohnungen zu sehr beschädigt worden sind. In dem Studentencampus gibt es Platz für bis zu 1.700 Menschen. Dazu hat der Zivilschutz auf einem Platz im Zentrum der Stadt Zelte für 500 Personen aufgestellt.

Bewegungseinschränkungen verschärft

Unterdessen verschärften die Behörden die Bewegungseinschränkungen weiter, um die Corona-Epidemie einzudämmen. Laut dem Innenminister wird am Montag eine neue Maßnahme verabschiedet, wonach es verboten sein wird, die Gemeinde seines Wohnsitzes zu verlassen. Ausnahmen werden für notwendige Transporte, Dienste und Versorgung, sowie u.a. für Journalisten gelten.

„Die Zahl der Infizierten wächst, wir erwarten eine weitere Zunahme, das sind notwendige Maßnahmen“, sagte Bozinovic. Bis Montag gab es in Kroatien 306 bestätigte Coronavirus-Fälle, 52 mehr als am Tag zuvor.

Seit Sonntagfrüh hat die Erde nicht aufgehört zu beben. Nach den beiden stärksten Beben am Sonntagfrüh - die laut dem European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) eine Stärke von 5,3 bzw. 5.0 erreichten - ereigneten sich in Zagreb mehrere Dutzend Nachbeben mit niedrigerer Intensität. Am Montag um 11.12 Uhr war ein weiteres Beben zu spüren - laut EMSC hatte es eine Stärke von 3,7.




apa