Freitag, 22. Januar 2021

Zahl der Bären im Trentino wird sich in nächsten Jahren verdoppeln

Die Zahl der Braunbären im Trentino wird sich in den nächsten Jahren verdoppeln. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Forschungszentrums ISPRA hervor. Die Erlegung von Problembären könnte zur Notwendigkeit werden. In den vergangenen 20 Jahren wurden 19 Bären als problematisch für das Zusammenleben mit der Bevölkerung eingestuft.

Im Trentino wurden Bären mit einem Schutz-Programm extra wieder angesiedelt
Im Trentino wurden Bären mit einem Schutz-Programm extra wieder angesiedelt
Das Einfangen von Problembären und deren Aufenthalt in geschlossenen Gebieten könnte wegen der hohen Kosten und den negativen Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Tiere keine Lösung sein, geht aus dem Bericht hervor. Dieser unterstützt somit die Trentiner Landesregierung, die angesichts der zunehmenden Zahl von Braunbären die Erlegung von Problemexemplaren fordert. Dagegen wehren sich jedoch das Umweltministerium in Rom sowie Tierschutzverbände.

Der Tierschutzverband OPIA will indes ein internationales Komitee einrichten, damit es zu einer Freilassung der Bären komme, die in dem mit Strom gesicherten Gehege des Tierpflegezentrums Casteller gehalten werden. Dort befindet sich auch der Problembär M49, der im vergangenen Jahr mehrfach für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Der Lebensraum für die Tiere sei im Pflegezentrum beschränkt. „Wir wollen die EU-Institutionen einbinden, damit die Trentiner Landesregierung alternative Lösungen für die gefangenen Bären finden“, sagte die Sprecherin des Verbands Ornella Dorigatti.

Im Trentino wurden die Raubtiere mit einem Schutz-Programm extra wieder angesiedelt. Sie vermehrten sich gut, so dass dort inzwischen etwa 90 Tiere leben dürften. Manchen Anrainern ist das zu viel. Ende August hatte ein Bär in einem Bergdorf einen Polizisten angegriffen, der schwere Verletzungen erlitt. Diese Vorfälle sorgten wiederholt für Abschuss-Debatten zwischen Behörden, Bewohnern und Tierschützern.

Mitte Oktober machte ein Video die Runde, das einen Bär zeigt, der mitten durch das Dorf Lover im Trentino streift.

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apa/stol

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