Etwa 570 Millionen bäuerliche Betriebe gibt es weltweit, über 500 Millionen davon sind Familienbetriebe - meist sind es Kleinbetriebe mit weniger als 2 Hektar Kulturgrund. „Sie produzieren nicht nur für den Eigengebrauch oder die regionalen Kreisläufe, sondern sind mehr denn je entscheidend, wenn es um die Bekämpfung des Hungers geht“, erklärte Francesco Pierri von der FAO in einer Videobotschaft.Besonders in den Berggebieten ist die landwirtschaftliche Produktion fast zur Gänze in der Hand von kleinstrukturierten bäuerlichen Familienbetrieben.Bäuerliche Familienbetriebe für Berggebiete besonders wichtig Gerade für das Berggebiet sind Familienbetriebe wichtig. „Die hohe Biodiversität der Alpenflora ist das Ergebnis einer nachhaltigen Bewirtschaftung. Ohne Familienbetriebe wäre diese gefährdet“, erklärte Thomas Kohler von der Universität Bern.Auch unter dem Aspekt der Arbeitsplätze sind bäuerliche Familienbetriebe von großer Bedeutung. „2,7 Milliarden Menschen arbeiten in einem Familienbetrieb oder verdanken ihren Arbeitsplatz direkt oder indirekt der bäuerlichen Landwirtschaft.“Zahl der Familienbetriebe in Südtirol in etwa stabil Sorge bereitete den Experten der Tagung, die vom Südtiroler Bauernbund, der EURAC und der Freien Universität Bozen organisiert wurde, der Rückgang der Familienbetriebe in der Landwirtschaft.„In einigen Gebieten gibt es heute nur mehr halb so viele Betriebe wie noch vor einigen Jahrzehnten“, erklärte Thomas Streifeneder vom EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement.In Südtirol nehme die Zahl der Betriebe zwar auch leicht ab, insgesamt aber sei die Entwicklung stabil.Große Herausforderungen Für Prof. Christian Fischer haben die bäuerlichen Familienbetriebe eine erfolgreiche Entwicklung vom Selbstversorger zum Verbundproduzenten und Kultur- bzw. Landschaftserhalter durchlaufen.„Betriebe müssen für Innovationen offen sein und in die Aus- und Weiterbildung investieren. Weiters ist es wichtig, sich gemäß der eigenen Stärken zu spezialisieren und nach Kooperationsmöglichkeiten zu suchen.“ Eine große Chance sieht Fischer in einer engeren Zusammenarbeit mit dem Tourismus.