Sonntag, 22. Mai 2016

Zahl der Unwettertoten in Sri Lanka auf mehr als 80 gestiegen

Die Zahl der Unwettertoten in Sri Lanka ist auf mehr als 80 gestiegen. Die Rettungskräfte des Inselstaates im Indischen Ozean bargen nach dem schweren Zyklon „Roanu“ am Wochenende im Bezirk Kegalle 13 weitere Leichen. Hunderttausende Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Besonders den kleinsten der Kleinen, den Kinder, macht die Katastrophenlage zu schaffen.
Besonders den kleinsten der Kleinen, den Kinder, macht die Katastrophenlage zu schaffen. - Foto: © APA/AFP

Der Bezirk Kegalle, rund 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo, war von den Überschwemmungen am stärksten betroffen. Allein dort wurden 48 Leichen geborgen. Die Zahl der Vermissten wurde vom Katastrophenschutz am Sonntag mit 118 angegeben.

Am Sonntag ging das Hochwasser allmählich zurück. Die Aufräumarbeiten könnten aber erst „in ein paar Tagen“ beginnen, sagte Pradeep Kodippili vom Zentrum für Katastrophenschutz.

Internationale Hilfsaktion läuft an

In den Überschwemmungsgebieten lief eine internationale Hilfsaktion an. In Colombo landete am Samstag ein erstes Flugzeug mit Hilfsgütern aus Indien, zwei indische Marineschiffe erreichten den Hafen. Indien stellte Schlauchboote, Außenbordmotoren, Tauchgeräte, Stromgeneratoren, Schlafsäcke, medizinische Hilfe, Regenjacken und Schirme für die Flutopfer zur Verfügung.

Über Sri Lanka waren in der vergangenen Woche die schwersten Regenfälle seit einem Vierteljahrhundert niedergegangen. Nach Behördenangaben sind 21 der 25 Bezirke des Landes von den Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen, landesweit wurden mehr als eine halbe Million Menschen in die Flucht getrieben.

300.000 Menschen in Aufnahmezentren untergebracht

Allein aus der 650.000-Einwohner-Stadt Colombo flohen rund 200.000 Menschen, die sich zum Teil mit Schlauchbooten und selbst gebauten Flößen in Sicherheit brachten. Fast 300.000 Menschen kamen vorerst in den etwa 500 vom Staat betriebenen Aufnahmezentren unter.

Weitere 200.000 fanden Zuflucht bei Verwandten oder Freunden. Aus Furcht vor dem Ausbruch von Krankheiten entsandte das Gesundheitsministerium Ärzte und medizinisches Personal in die am stärksten betroffenen Gebiete.

Buddhistischer Klerus fordert zu Spenden für Opfer auf

Das am Samstag begangene Vesakfest, der höchste buddhistische Feiertag, fiel dieses Jahr bescheidener aus als üblich. Der buddhistische Klerus hatte die Gläubigen aufgefordert, mindestens die Hälfte ihrer Festausgaben für die Unwetteropfer zu spenden. Auch Staatschef Maithripala Sirisena forderte seine Mitbürger auf, Bedürftigen zu helfen und sie bei sich aufzunehmen.

Der Zyklon „Roanu“ zog von Sri Lanka weiter nach Bangladesch, wo sich der Tropensturm langsam abschwächte. Im Süden des Landes kamen jedoch mindestens 24 Menschen ums Leben kamen, nach Behördenangaben wurden eine halbe Million Menschen vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht.

apa/afp

stol