Freitag, 17. April 2020

Zahnarztbesuch? Nur in dringenden Fällen möglich

„Nächster Termin für Mundhygiene: 20. April“ steht auf dem Zettel des Zahnarztes. Der Termin wird aber ausfallen, so wie jede andere nicht dringende Zahnbehandlung seit einem Monat und noch bis mindestens 3. Mai.

Bei Schmerzen oder in dringenden Fällen kann und soll man sich auch in Corona-Zeiten bei seinem Zahnarzt melden.
Badge Local
Bei Schmerzen oder in dringenden Fällen kann und soll man sich auch in Corona-Zeiten bei seinem Zahnarzt melden. - Foto: © shutterstock
„Der Zahnarzt darf nur dringende Fälle und Notfälle behandeln“, erklärt der Bozner Zahnarzt Dr. Mirko Solderer. Er und seine Kollegen bereiten sich aber auch bereits auf die Zeit nach dem derzeitigen Corona-Notstand vor.

Nachdem die strengen Corona-Maßnahmen für weitere 3 Wochen bis 3. Mai verlängert wurden, ändert sich auch an der Situation für die Zahnärzte nichts. „Es bleibt dabei, dass Mundhygiene, Zahnprophylaxe und Routinekontrolle weiterhin nicht gemacht werden dürfen“, erklärt Zahnarzt Dr. Mirko Solderer. Erreichbar sind die Zahnärzte allerdings für dringende Fälle und Notfälle. „Das bedeutet auf jeden Fall bei Schmerzen.“

Aber auch zum Beispiel Karies, die noch keine Probleme oder Schmerzen verursacht, sollte mit dem Zahnarzt telefonisch abgeklärt werden. „Da muss man dann abwägen, ob es sinnvoll ist, zu warten, bis ein Problem schlimmer wird und wirkliche Beschwerden verursacht oder ob eine frühzeitige Behandlung angebracht ist“, sagt Dr. Solderer. Auf jeden Fall sollte man seinen Zahnarzt vorher telefonisch kontaktieren und alles weitere mit ihm abklären.

Strenge Schutzmaßnahmen

Und wie schützen Zahnärzte sich selbst und ihre Patienten derzeit und danach, wenn Corona weiterhin aktuell bleibt? „Wir Zahnärzte arbeiten in einem Hochrisikobereich“, sagt Dr. Solderer. Genaue Vorschriften gebe es noch nicht, er selbst hat für sich aber bereits entschieden, dass er sich und sein Personal mit FFP2- und FFP3-Masken schützen werde. „Die einfachen Schutzmasken schützen den Patienten, aber nicht mich, zumal der Patient bei der Behandlung ja keine Maske trägt.“ Außerdem werde er seine Patienten vorab einen Fragebogen ausfüllen lassen, in dem sie auf coronaverdächtige Symptome in den vergangenen Tagen und Wochen befragt werden.

„Bei Symptomen muss der Patient natürlich daheim bleiben, gleiches gilt, wenn jemand in die Praxis kommt und bei der Fiebermessung, die wir standardmäßig gleich durchführen werden, über 37 Grad hat. Dann wird er sofort wieder nach Hause geschickt“, erklärt der Zahnarzt. Er wird für jeden Patienten einen Überwurfmantel vorsehen, den dieser mit nach Hause nehmen kann und bei der nächsten Behandlung wieder mitbringen sollte.

„Hände desinfizieren und das Tragen des Mundschutzes bis zur Behandlung sind ebenso logisch, wie die Tatsache, dass wir darauf achten werden, dass immer nur ein Patient im Warteraum sitzt.“ Das freilich werde das Arbeiten im bisher gewohnten Rhythmus bremsen. „Aber wir haben das für unsere Praxen so entschieden, für den Schutz unserer Patienten und unserer Mitarbeiter“, sagt Dr. Solderer.

Alle Artikel sowie die Übersichtskarten der Lage in Südtirol, in Italien und weltweit mit allen aktuellen Zahlen in Sachen Coronavirus finden Sie hier.

d/wib

Schlagwörter: