Ihr Hauptargument sind seit jeher die hohen Führungskosten, die in keinem Verhältnis zu den mageren Besucherzahlen stünden. <BR /><BR />Nun hat Christian Bianchi die Debatte neu entfacht. Für den Bautenlandesrat ist das Museion „zweifellos eine wunderschöne Einrichtung“, bei der Kosten-Nutzen-Rechnung liege aber einiges im Argen. Die Betriebskosten belaufen sich laut Bianchi auf 4,3 Millionen Euro, die Einnahmen aus dem Ticketverkauf liegen bei 134.000 Euro und pro Jahr werden 30.000 Besucher gezählt. <h3> „Wünsche Präsidentin viel Erfolg“</h3>„Kultur wird nicht nur an der Anzahl der Besucher gemessen, aber wenn offensichtlich nur wenige kommen, bedeutet dies, dass das Museum noch immer nicht seine Daseinsberechtigung gefunden hat“, meint Bianchi. Für ihn stelle sich daher die Frage, ob man das Haus nicht einem anderen Zweck zuführen sollte oder zumindest Teile davon. Dabei leiht er sich kurzerhand die Idee des Bozner Vizebürgermeisters Stephan Konder aus, der den Ötzi im Museion gut sehen würde. „Ich weiß nicht, welche Ziele sich die neue Präsidentin Tanja Pichler gesetzt hat, aber ich bin der Meinung, dass ernsthaft darüber nachgedacht werden muss, damit dieses Gebäude nach Jahren auch einen kulturellen Wert erlangt, den es bisher nur schwer finden konnte. Ich wünsche der neuen Präsidentin viel Erfolg bei ihrer Arbeit“, so der Landesrat. <BR /><BR />Pichler hat, wie berichtet, erst vor Kurzem ihr Amt angetreten. Bei ihrem Antrittsbesuch bei Landeshauptmann Arno Kompatscher meinte sie: „Ich wünsche mir, dass das Museion ein Ort der Begegnung ist, ein Manifest für ein weltoffenes Südtirol und ein Impulsgeber für die nachhaltige Entwicklung unserer Kulturlandschaft.“ Kunst eröffne neue Perspektiven und könne gesellschaftliche Entwicklungen anstoßen. Zudem hob sie hervor, dass das Publikum ein aktiver Teil des Museums sein soll. Veranstaltungen und Formate sollen von den Menschen geprägt werden und den Dialog fördern. Der Landeshauptmann erklärte, dass „das Museion einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Entwicklung unseres Landes leistet und Räume für Austausch, Innovation und kritisches Denken schafft“. <h3> Das sagen die Kulturlandesräte</h3>Die neuerlich aufgeflammte Kritik am zeitgenössischen Museum überrascht Kulturlandesrat Philipp Achammer nicht. „Einige politische Gruppierungen haben einfach Schwierigkeiten mit dem Zeitgenössischen. Es wäre schlimm, wenn wir alles Neue, Unerwartete, das nicht sofort Massen erreicht, nicht mehr fördern würden. Wir brauchen das Zeitgenössische genauso wie alle anderen etablierten Sparten“, sagt er. Achammer sieht das Museion auf dem richtigen Weg. Die zeitgenössische Kunst lasse sich nicht an Zahlen und Besucherströmen messen. Den Kritikern empfiehlt er, das Museion zu besuchen, es kennenzulernen und sich dann ein Urteil zu bilden. „Kritik ist selbstverständlich erlaubt. Das Museion aber ständig infrage zu stellen, ist absolut falsch“, meint er. <BR /><BR />Der italienische Kulturlandesrat Marco Galateo sieht die Sache gänzlich anders. „Schon als Bozner Gemeinderat habe ich auf das Problem Museion hingewiesen“, sagt er. Das Haus liege zwar im Zentrum der Landeshauptstadt, werde aber als Fremdkörper wahrgenommen. „Es kann nicht sein, dass die Museums-Bar mehr Besucher zählt als das Museum selbst und es gibt keine Ausstellungen, an die ich mich besonders erinnern würde“, erklärt der Landesrat. Auch Galateo kritisiert die hohen Führungskosten, die von der öffentlichen Hand gestemmt werden, während die Unterstützung durch Private nur wenige Tausend Euro beträgt. „Ich hoffe, dass die neue Präsidentin auch etwas Neues einbringen wird“, meint er.