Donnerstag, 15. April 2021

zebra. ist zurück – Nach über 2 Monaten Verkaufsstopp

Nach einem mehr als 2-monatigem Verkaufsstopp ist die Straßenzeitung zebra. wieder bei den Verkäufern erhältlich. Das Projekt steht weiter vor großen Herausforderungen.

Die zebra.-Verkäufer sind wieder unterwegs.
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Die zebra.-Verkäufer sind wieder unterwegs. - Foto: © Anna Mayr
Die neue Ausgabe der Straßenzeitung zebra. ist seit Mittwoch bei den Verkäufern erhältlich. Ausgestattet mit Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Sicherheitsinformationen machten sich die zebra.Verkäufer bereits vergangene Woche nach einem mehr als 2-monatigem Verkaufsstopp wieder auf den Weg, um die Straßenzeitung zurück auf die Straße und zu den Menschen zu bringen.

Dass das Projekt trotz des wiederholten Verkaufsstopps noch immer besteht, verdankt die OEW-Organisation für Eine solidarische Welt unter anderem den fast 80 Geschäftsbesitzern, die die Straßenzeitung in ihren Geschäftslokalen im Februar, März und April gegen Spende anboten.

Die Krise trifft das Sozialprojekt aber weiterhin schwer: Viele der Verkäufer konnten sich in den vergangenen Monaten Mieten und Arztkosten nicht mehr leisten und werden Monate brauchen, um sich wieder – Zeitung für Zeitung – hochzuarbeiten.

„Sind auf Solidarität angewiesen“

Dank der Solidarität vieler Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Optiker, Gärtnereien, Bäckereien und Weltläden, die die Straßenzeitung während des Verkaufsstopps im Februar, März und April dieses Jahres in ihren Geschäftslokalen gegen Spende anboten, konnte die Herausgeberin OEW-Organisation für Eine solidarische Welt in Brixen die über 60 Verkäufer der Straßenzeitung zumindest zu einem Teil finanziell überbrücken.

Seit dem heutigen Donnerstag ist die neue April-Ausgabe der Straßenzeitung wieder erhältlich, vergangene Woche waren erste Verkäufer schon mit den vorherigen Ausgaben unterwegs. Die FFP-2 Masken und Desinfektionsmittel stellte die Brixner Apotheke Peer zur Verfügung.

OEW-Geschäftsführer Matthäus Kircher sagt: „Wir sind froh, dass zebra. wieder starten kann. Dennoch ist die Straßenzeitung auch weiterhin auf die Solidarität und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bevölkerung, Sponsoren und Partnern aus der Wirtschaft angewiesen.“

„Die Situation vieler Menschen im Projekt hat sich im letzten Jahr verschlechtert“

Die zebra.Redaktion steht in ständigem Austausch mit Zeitungsprojekten auf der ganzen Welt. In allen von der Pandemie betroffenen Gebieten lassen sich ähnliche Entwicklungen beobachten: Minderheiten und Menschen am Rand der Gesellschaft sind besonders betroffen und ihre schwierige Situation hat sich in den vergangenen Monaten noch weiter verschlechtert.

zebra.Redaktionsleiterin Lisa Frei: „Derzeit geraten durch Corona viele Menschen in schwierige Situationen, auch in Südtirol. Der Bedarf an einem Sozialprojekt wie zebra. ist daher so groß wie noch nie.“
Patrizia Insam, zebra.Sozialarbeiterin, ist in ständigem Austausch mit den Straßenverkäufer. Sie bestätigt: „Die Situation vieler Menschen im Projekt hat sich im letzten Jahr verschlechtert. Wir erhalten derzeit unzählige Unterstützungsanfragen von Verkäufer im Projekt, vor allem in Bezug auf Wohnungsmieten und Arztkosten.“ Hinzu komme, dass jene Verkäufer, die vor der Krise eine Arbeit gefunden hatten, seit fast einem Jahr wieder auf den zebra.Verkauf angewiesen seien.

Daher ist jede Unterstützung weiterhin wertvoll und sichert durch eine Zuwendung auf das OEW-Spendenkonto bei der Raiffeisenkasse Eisacktal (Iban: IT 68 S 08307 58221 000300004707, Überweisungsgrund: „zebra.Support“) den Fortbestand der Straßenzeitung. Weitere Informationen finden sie auf der Website der OEW, per Email oder telefonisch unter 0472 208204.

Die zebra. im April

In der neuen zebra.Ausgabe dreht sich alles ums Thema Arbeit und um jene Jobs, in denen Menschen „aufblühen“ – oder auch nicht. Anhand der Theorie des Anthropologen David Graebers hat sich die zebra.Redaktion auf die Suche nach potentiellen „Bullshit Jobs“ gemacht, also Arbeiten, die sinnlos und ersetzbar sind, aber auch auf die Suche nach Menschen, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten.



Susanne Elsen und Franca Zadra der Universität Brixen erklären anhand ihres Projekt FARM von der Ausbeutung auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt; und in der Promi-Rubrik „Zahlen, bitte!“ erklärt Schauspielerin und Regisseurin Eva Kuen, wie es zur Gründung des Vereins PERFAS kam und wieso Südtiroler Künstler und Musiker auch auf politischer Ebene besser vertreten werden müssen. Im „Io vendo“ erzählt zebra.Verkäuferin Abigail Yakobah schließlich von ihrem Lebensweg.

stol