Mittwoch, 21. März 2018

Zehntausende demonstrierten in Süditalien gegen die Mafia

Rund 40.000 Menschen haben in der süditalienischen Stadt Foggia gegen die Mafia demonstriert und der Opfer des organisierten Verbrechens gedacht. Initiiert wurde die Versammlung von Pfarrer Luigi Ciotti, der mit seiner Bewegung „Libera“ bereits seit Jahren gegen die Bandenkriminalität kämpft.

Foto: © LaPresse

An dem Umzug in Foggia, einer Hochburg der Mafia in der süditalienischen Region Apulien, beteiligten sich Angehörige Hunderter Todesopfer aus ganz Italien und anderen europäischen Ländern, berichteten italienische Medien. Die Namen von 970 unschuldigen Mafia-Opfern wurden verlesen. Auch der scheidende Senatspräsident Pietro Grasso, der auf eine erfolgreiche Karriere als Anti-Mafia-Staatsanwalt in Palermo zurückblickt, nahm an der Demonstration teil.

Die Anti-Mafia-Organisation „Libera“ hatte 1995 den „Giorno della Memoria“ (Tag der Erinnerung) ins Leben gerufen. Seither wird jedes Jahr am 21. März vor allem der Opfer der Mafia gedacht.

Eine Fehde zwischen rivalisierenden Mafia-Clans hatte im August zu einem vierfachen Mord in Foggia geführt. Dabei wurden ein einflussreicher Mafia-Boss, sein Schwager und zwei Zeugen auf der Straße erschossen. Die unbekannten Täter feuerten aus einem Auto auf ihre Opfer.

In Apulien, das als die reichste unter den süditalienischen Regionen gilt, gibt es immer wieder Fehden zwischen verschiedenen Clans. Der Antimafia-Staatsanwalt Franco Roberti hatte im Sommer über die in Apulien beheimatete Mafia gesagt, sie sei zu lange unterschätzt worden. Die berüchtigtsten Mafia-Organisationen aus Italien sind die kalabrische 'Ndrangheta, die sizilianische Cosa Nostra und die Camorra aus Neapel.

apa

stol