Dienstag, 10. Juli 2018

Zeitdruck ist hoher Belastungsfaktor

„Ein Drittel der Pflegekräfte leidet unter erhöhter Erschöpfung; zugleich geben 2 Drittel an, dass ihnen die Arbeit Befriedigung schenkt“, sagte der Arbeitspsychologe Wilhelm Kuntner. Er ist Autor einer Studie, die sich mit den Arbeitsbedingungen in Südtirols Seniorenwohnheimen befasst. Gestern wurden die Ergebnisse vorgestellt. Ziel der Studie war es, aufzuzeigen, welche Bedingungen eine gute, professionelle Pflege ermöglichen.

Der Pflegeberuf müsse attraktiver gemacht werden.
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Der Pflegeberuf müsse attraktiver gemacht werden. - Foto: © LPA

872 Pflegekräfte beteiligten sich an der Befragung: 88 Prozent davon Frauen und 12 Prozent Männer. „In der Studie ging es um die Arbeitsbelastung, um die Folgen der Beanspruchung und um Ressourcen“, sagte Kuntner.
Folgen der Beanspruchung sind in 32 Prozent Erschöpfung, in 16 Prozent körperliche Stresssymptome. In 61 Prozent erleben die Pflegenden auch Befriedigung in ihrer Arbeit.

„Das sind im Vergleich zu Österreich und Deutschland gute Werte“, betonte Kuntner. Die Befriedigung wird von Pflegekräften über 50 Jahren am stärksten empfunden. Das Arbeitsklima bewerten alle Altersklassen weitgehend als gut, ebenso die eigene berufliche Kompetenz. Dies senkt die Belastungsfolgen.

37 Prozent der Unter-30-Jährigen gaben an, dass sie gerne den Beruf wechseln möchten. Dies stimmt viele bedenklich. Der Pflegeberuf müsse attraktiver gemacht werden, brauche ein besseres Image, mehr Wertschätzung und eine bessere Entlohnung.

D/br

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol