Freitag, 18. März 2022

Zelte aus Südtirol für Ukraine-Flüchtlinge in der Republik Moldau

Mit dem Trentino wird Südtirol eine Zeltstadt für 500 Personen in die Nähe der Hauptstadt Moldawiens bringen, über den gesamtstaatlichen Zivilschutz nach einem europaweit abgestimmten Schlüssel.

Eine Zeltstadt für Ukraine-Flüchtlinge bringt ein Hilfszug aus der Region Trentino-Südtirol in der kommenden Woche in die Republik Moldau; in Bozen werden dafür Zelte aufgeladen. - Foto: © Zivilschutz des Weißen Kreuzes

Ein Mechanismus regelt die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union im Falle von Katastrophen wie dem Krieg in der Ukraine. „Es ist uns ein großes Anliegen, konkrete Unterstützung und ein starkes Zeichen gelebter Solidarität zu geben“, betont Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler und weist auch darauf hin, dass effiziente und zielgerichtete Hilfe vor Ort enger Abstimmung und Koordination bedarf.

„Die Agentur für Bevölkerungsschutz hat ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Hilfe signalisiert“, berichtet der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger, „und das beim Ministerratspräsidium angesiedelte Ressort des gesamtstaatlichen Zivilschutzes hat am vergangenen Mittwoch bei der Region Trentino-Südtirol um die Lieferung eines Camps für 500 Ukraine-Flüchtlinge an die Republik Moldau angefragt.“

Den Hilfszug wird die Sektion Zivilschutz des Landesrettungsvereins Weißes Kreuz auf der Grundlage der Konvention mit der Agentur für Bevölkerungsschutz durchführen. „Ganz herzlich bedanke ich mich beim Weißen Kreuz für die Bereitschaft, mit der sie diesen Auftrag angenommen haben, und auch für die Zusammenarbeit,“ unterstreicht Landesrat Schuler.

1000 Decken verladen Mitarbeiter und Helfer der Sektion Zivilschutz des Weißen Kreuzes, sie sind Teil des Hilfszugs für Ukraine-Flüchtlinge in der Republik Moldau. - Foto: © Zivilschutz Weißes Kreu



Südtirol liefert unter anderem 50 Zelte, 300 Feldbetten und 1000 Decken. Der Großteil des Materials wird von der Provinz Trient gestellt, die auch die Führung dieses Hilfszuges übernimmt, der mit Begleitfahrzeug und Erkundungstrupp 18 Fahrzeuge (4 davon aus Südtirol) umfassen wird, davon 11 Lastkraftwagen mit Anhänger. 43 Mitarbeiter fahren mit, 9 davon aus Südtirol.

Der Bestimmungsort liegt rund 30 Kilometer von der moldawischen Hauptstadt Chisinau entfernt. Dort wird der moldawische Zivilschutz das Material einsetzen. Der Hilfszug wird amkommenden Montag in der Früh von einer Zivilschutz-Logistikstruktur in Lavis im Trentino Richtung Moldawien aufbrechen.

Zusammenarbeit und Solidarität: Südtirol leistet gemeinsam mit der Nachbarprovinz Trient seinen Beitrag zur Hilfe für schutzsuchende Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine nach Moldawien geflohen sind. - Foto: © Zivilschutz Weißes Kreuz



Die Republik Moldau hat selbst nur rund 2,5 Millionen Einwohner, aber bereits 300.000 aus der Ukraine Geflüchtete aufgenommen. Das Land hatte kürzlich – wie die Ukraine und Georgien – einen Antrag zur Aufnahme in die Europäische Union gestellt. Die Republik Moldau, nicht-amtlich auch Moldawien genannt, ist das ärmste Land Europas. Das durchschnittliche monatliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt gerade einmal 50 Euro. 3 Viertel der Bevölkerung leben in Armut, Rentner und kinderreiche Familien sind besonders betroffen.

Chisinau (deutsch Kischinau) ist die Hauptstadt der Republik Moldau und mit mehr als 530.000 Einwohnern auch deren bevölkerungsreichste Stadt. Die Republik Moldau grenzt im Westen an den EU-Staat Rumänien und wird Im Norden, Osten und Süden vollständig von der Ukraine umschlossen. Seit Kriegsbeginn sind schon rund drei Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Die meisten suchen Schutz in Polen, aber auch in der benachbarten Republik Moldau.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier.

lpa/stol

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