Mittwoch, 13. November 2019

Zerstörung in Venedig: Schäden belaufen sich auf Hunderte Millionen

Die Stadt Venedig kämpft mit dem Hochwasser und um den Markusdom. Nachdem das Wasser in die Basilika eingedrungen ist, wurden Schäden am Mauerwerk festgestellt. Das Wasser drang auch in die Krypta ein. „Wir waren einen Schritt vor der Apokalypse“, meinte Domprokurator Campostrini, der für die Basilika zuständige Ingenieur.Mehr zum Hochwasser in Venedig sehen Sie in der STOL-Bildergalerie.

Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro machte sich am Mittwoch ein Bild der Zerstörung in der Basilika.
Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro machte sich am Mittwoch ein Bild der Zerstörung in der Basilika. - Foto: © ANSA / TWITTER LUIGI BRUGNARO

Außerdem gab es in Venedig zwei Todesfälle, die mit dem Hochwasser in Zusammenhang stehen könnten.


Mobile Schotten wurden aufgestellt, um zu verhindern, dass das Wasser in die Kapelle Zen gelangen könne, in der sich Bilder-Zyklen rund um die Legende des Heiligen Markus befinden. Gefährdet sind die Mosaiken, sowie die Marmorböden und die Holzstrukturen, die die Basilika schmücken. Wertvolle Gegenstände in der Basilika wurden in Sicherheit gebracht. Eine Taskforce des Kulturministeriums prüfte am Mittwoch die von dem Hochwasser verursachte Überschwemmung.





Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro bestätigte die schweren Schäden in der Basilika. „Venedig ist verwüstet. Die Markusbasilika hat wie die gesamte Stadt und die Inseln schwere Schäden erlitten“, sagte Brugnaro. Er spricht von Schäden in Höhe von Hunderten Millionen. Der italienische Premier Giuseppe Conte wird am Mittwochnachmittag in der Lagunenstadt eintreffen. Er wolle sich persönlich ein Bild der Lage machen, erklärte der Regierungschef.

Touristen mit hohen Gummistiefeln wateten über den Markusplatz und machten Selfies. Die Atmosphäre, die sich ihnen bot, war gespenstisch. Die traditionsreichen Cafes, Modeshops und Souvenirläden rund um den Markusplatz blieben am Mittwoch geschlossen. Geschlossen waren auch Schulen und Kindergärten.


Wetterbesserung nicht in Sicht

Für Mittwoch war kaum Wetterbesserung in Sicht, in ganz Italien war wie schon seit Tagen Regen angesagt. Von den Unwettern besonders betroffen waren am Dienstag die süditalienischen Regionen Basilikata, Apulien und Kalabrien. In Europas Kulturhauptstadt Matera kam es zu Überschwemmungen in der Altstadt.

Die Regenfälle verursachten auch auf der Urlaubsinsel Capri schwere Schäden. Wegen des heftigen Windes stürzte eine Ecke des Gesims des Glockenturms auf die bekannte „Piazzetta“, dem bei Touristen besonders beliebten Hauptplatz von Neapel. Einige Dächer wurden beschädigt. Fährverbindungen zwischen der Insel und Neapel mussten vorübergehend unterbrochen werden. In Teilen der Insel kam es zu Stromausfällen. Auch auf Sizilien gab es Überschwemmungen und kleinere Erdrutsche.

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dpa

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