Montag, 04. Januar 2016

Zerstückelte Frauenleiche und toter Mann im Traunsee gefunden

Ein grausiges Kriminalrätsel beschäftigt seit Sonntag die Polizei im Salzkammergut. Am Ufer des Traunsees bei Gmunden wurden seit Sonntag zwei Koffer mit Teilen einer weiblichen Leiche, ein Trolley unbekannten Inhalts und ein toter Mann gefunden. Die Identitäten waren vorerst Gegenstand von Ermittlungen.

Im Traunsee wurde eine dritte Tasche mit Leichenteilen gefunden.
Im Traunsee wurde eine dritte Tasche mit Leichenteilen gefunden. - Foto: © APA

Sonntagmittag hatte ein Spaziergänger einen Hartschalenkoffer mit Leichenteilen im Wasser gefunden. Daraufhin wurde der Fundort abgesperrt und die Umgebung abgesucht. Wenig später stieß Polizeihund „Tarzan“ auf einen zweiten Koffer ganz in der Nähe. Auch in diesem befanden sich in Plastik verpackte Leichenteile.

Die menschlichen Überreste wurden noch Sonntagabend im gerichtsmedizinischen Institut in Salzburg untersucht. Laut Autopsie handelt es sich um eine Frau um die 70 Jahre. Wie sie ums Leben gekommen ist, könne man vorerst nicht sagen, weil noch „wesentliche Teile“ fehlen, hieß es bei der Polizei.

Am Montag suchten Taucher der Spezialeinheit Cobra den See ab. Am Nachmittag entdeckten sie unweit der anderen Fundorte eine männliche Leiche, an deren Handgelenk eine Tasche mit Steinen befestigt gewesen sein soll. Zudem holten die Einsatzkräfte einen weiteren Trolley aus dem Wasser. Ob sich darin die noch fehlenden Teile der weiblichen Leiche – offenbar fehlt zumindest der Kopf – befanden, war nicht bekannt.

 

 

Landeskriminalamtsleiter Gottfried Mitterlehner geht davon aus, dass die Frau nach Weihnachten oder um den Jahreswechsel ums Leben gekommen ist, wie er gegenüber der APA sagte. Man überprüfe nun alle Vermisstenmeldungen, auch aus anderen Bundesländern, verfolge aber zudem andere Ansatzpunkte – etwa ob jemand irgendwo häusliche Streitigkeiten oder Ähnliches mitbekommen habe. Eine heiße Spur gab es vorerst offenbar nicht.

Wo die Gepäckstücke in den See gekommen sind, war ebenfalls noch unklar. Die Strömungsverhältnisse seien schwierig und müssten mitberücksichtigt werden, erklärte Mitterlehner. Insgesamt gaben sich die Ermittler am Montag sehr bedeckt, sie kündigten aber für Dienstag eine Pressekonferenz an.

apa

stol