Donnerstag, 09. August 2018

Zertrümmerte Knochen und Rollstuhl für Versicherungsbetrug

Die italienische Polizei ist besonders brutalen Versicherungsbetrügern auf die Schliche gekommen: Sie hob in Sizilien zwei Banden aus, die Menschen mit Sportstudio-Gewichten absichtlich Knochenbrüche zufügte und sie als Opfer von Verkehrsunfällen ausgab. Auf diese Weise kassierten sie hohe Versicherungssummen.

Mit Sportgewichten wurden den Opfern die Knochen zertrümmert.
Mit Sportgewichten wurden den Opfern die Knochen zertrümmert. - Foto: © shutterstock

Elf Verdächtige wurden in Palermo festgenommen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Krankenschwester verabreichte Schmerzmittel

Unter den Festgenommenen ist eine Krankenschwester, die Schmerzmittel für die Opfer besorgte, um deren Tortur zu lindern, wenn sie mit den Hantelscheiben aus Eisen malträtiert wurden, wie die Polizei berichtete.

Bei den Opfern der unabhängig voneinander agierenden Banden handelte es sich häufig um sozial Schwache, Drogenabhängige, Alkoholiker oder andere Benachteiligte.

Rollstühle und Krücken

Die Verletzten wurden am Rande Palermos bei gestellten Unfällen am Straßenrand platziert, angebliche Zeugen machten dann falsche Angaben gegenüber den Rettungskräften. Den Verletzten wurde eine 30-prozentige Beteiligung an den Versicherungssummen zugesagt, die bis zu 150.000 Euro betrugen. Oft wurden die Verletzten, die ihre zu zertrümmernden Gliedmaßen wählen durften, jedoch mit 50 bis 100 Euro abgespeist.

In der Folge waren sie häufig auf Rollstühle oder Krücken angewiesen. Im Jänner kam bei einem solchen Vorfall den Angaben zufolge ein Tunesier ums Leben.

apa/afp

stol