Seit 18. Juni sitzt Boubaker Aouichaoui aus Tunesien unter dringendem Mordverdacht im Bozner Gefängnis. Er hatte sich nach der Tat selbst gestellt und gestanden, Erna Pirpamer mit einem Messer angegriffen zu haben. Laut Autopsie waren die drei Stiche unter großer Krafteinwirkung ausgeführt worden. Zwei Stiche verletzten die Frau im Brustkorbbereich – davon einer in der Nähe des Halses, der zweite traf die Lunge – sowie einer in die Magengegend. Wie die Autopsie ergab, waren die ersten beiden Stiche tödlich. Auch der dritte hätte es sein können, wäre er nicht sofort versorgt worden. Dem Notarzt war es gelungen, den Blutverlust zu stoppen. Doch die Verletzungen im Brustkorb waren zu schwerwiegend, Erna Pirpamer erlag wenig später ihren schweren Verletzungen. Bei seiner Einvernahme hat Boubaker Aouichaoui bestätigt, dass es sich bei seinem Küchenmesser um die Tatwaffe handelt. Er hatte aber stets von sich gewiesen, dass er die Tat geplant haben könnte und betont, dass er das Messer immer mit sich führe, um sein Jausenbrot zu schneiden. Rechtsanwalt Nicola Nettis konnte gleich mehrere Zeugen – u.a. Arbeitskollegen des Tunesiers – finden, die erklärt haben sollen, dass sie das besagte Messer oft bei Boubaker Aouichaoui gesehen hätten. Das würde die These der Verteidigung untermauern, wonach die Tat im Affekt geschah. Boubaker Aouichaoui, der von dem Moment an, als er zum Messer griff, ein „Black Out“ haben und erst zu sich gekommen sein will, als Erna Pirpamer sich vornüber krümmte, wird von einem Psychologen betreut.rc/D