Donnerstag, 28. Januar 2016

Zika-Virus forderte schon 68 tote Babys in Brasilien

Das brasilianische Militär will mit einer Großoffensive die Moskitoart Aedes aegypti bekämpfen, die den sich rasant ausbreitenden Zika-Virus überträgt.

Seit 2015 wurden in Brasilien bereits 4.180 Fälle von Schädelfehlbildungen verzeichnet.
Seit 2015 wurden in Brasilien bereits 4.180 Fälle von Schädelfehlbildungen verzeichnet. - Foto: © APA/AFP

Verteidigungsminister Aldo Rebelo betonte am Mittwochabend bei der Vorstellung des Programms: „Wir müssen alle Kräfte des Staates und der Gesellschaft bündeln.“ Bisher wurden in Brasilien seit vergangenem Jahr schon 4.180 Fälle von Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) festgestellt – 68 Babys starben bisher.

160.000 Soldaten rücken aus

In 356 Städten und Gemeinden sowie tausenden Schulen soll über die Gefahr aufgeklärt und Moskitos und deren Eiablageplätze vernichtet werden. 160.000 Soldaten, 30.000 Mitglieder der Marine und 30.000 Militärs der Luftwaffe sollen eingesetzt werden.

Kampf dem Virus: Nun startet die Großoffensive des Militärs. - Foto: AFP

 

In dem Land gibt es über eine halbe Millionen Infektionen mit dem Virus, der im Verdacht steht, bei der Infizierung von Schwangeren schwere Fehlbildungen bei deren Babys auszulösen. Für die direkte Bekämpfung der Moskitos mit Insektenschutzmitteln sollen rund 50.000 Soldaten eingesetzt werden.

Die Moskitoart Aedes aegypti übertragt den Zika-Virus. - Foto: AFP

 

Virus stammt eigentlich aus Afrika

Das Gesundheitsministerium sieht einen klaren Zusammenhang zu dem zuvor kaum bekannten, ursprünglich aus Afrika stammenden Zika-Virus, der sich schon in über 20 Ländern auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet hat. In Brasilien gibt es bereits zwölf Fälle, wo Schwangere, deren Kinder mit Schädelfehlbildungen geboren wurden, sich zuvor mit Zika infiziert hatten.

Mikrozephalie führt meist wegen eines zu kleinen Gehirns zu geistiger Behinderung. Vor der starken Ausbreitung galt das Zika-Virus als eher harmlos – Symptome sind leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen.

apa/dpa

stol