Zehn Minuten nach 10 Uhr heulten am Dienstag in ganz Südtirol 570 Sirenen eine Minute lang mit einem auf- und abschwellenden Ton. Ziel der Übung war es, die Alarmierungs- und Informationsabläufe unter realistischen Bedingungen zu testen und die Bevölkerung mit dem Warnsignal vertraut zu machen.<BR /><BR />„Der Probealarm ist planmäßig verlaufen, die beteiligten Stellen konnten das Zusammenspiel der technischen Systeme und der organisatorischen Abläufe testen“, berichtet der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger. Regelmäßige Übungen seien wichtig, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und die Alarmierung laufend zu verbessern.<BR /><BR />Der Probealarm erfolgte am internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung. In der Agentur für Bevölkerungsschutz in der Drususallee in Bozen wurden die internen Abläufe durchgespielt und die Technik überprüft. Ab 9.30 Uhr war das Landeslagezentrum besetzt. Die Landeseinsatzzentrale der Freiwilligen Feuerwehren mit den neun Bezirkseinsatzzentralen, das Landeswarnzentrum, die Landesnotrufzentrale und die Landesverkehrsmeldezentrale waren per Videokonferenz zugeschaltet.<h3> So wird Alarm geschlagen</h3>Im Alarmfall informiert die Berufsfeuerwehrzentrale die Landesnotrufzentrale und die Verkehrsmeldezentrale. Die Landesnotrufzentrale löst den Alarm aus; zugleich übermittelt die Verkehrsmeldezentrale die Mitteilung des Bevölkerungsinformationssystems BIS an Radiosender und Fernsehsender. Verbreitet wird sie zudem über das Südtiroler Bürgernetz sowie per Push-Nachricht über die Apps Wetter Südtirol und Gem2Go.<BR /><BR />Kurz nach dem Sirenensignal informierten Radio und Fernsehen darüber, dass es sich um eine Übung handelte. Im Ernstfall soll die zeitliche Verzögerung den Menschen ermöglichen, ein Gebäude aufzusuchen, Fenster und Türen zu schließen, Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten und Radio oder Fernseher einzuschalten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1372326_image" /></div> <BR /><BR />„Der heutige landesweite Zivilschutztest des Landeszivilschutzdienstes über alle Programme der RAS ist erfolgreich verlaufen. Die Alarmierung der Südtiroler Bevölkerung über alle 23 Hörfunkprogramme und 15 Fernsehprogramme konnte erfolgreich durchgeführt werden“, berichtet der Direktor der Rundfunkanstalt Südtirol RAS Georg Plattner: „Der neue ASA-Warndienst über Digitalradio DAB+ wurde erstmals erprobt.“ Die RAS werde auch weiterhin gemeinsam mit dem Zivilschutz daran arbeiten, die technischen Voraussetzungen für eine sichere und zeitgemäße Verbreitung von Warnmeldungen zu gewährleisten und neue Technologien wie ASA in die bestehende Rundfunkinfrastruktur einzubinden, unterstreicht RAS-Direktor Plattner.<BR /><BR />Kurz vor 10.25 Uhr war die Übung abgeschlossen. Währenddessen gingen bei der Einheitlichen Notrufzentrale 112 insgesamt 15 Anrufe zum Sirenenalarm ein; im Vorjahr waren es 32. Der Rückgang zeigt, dass die Bevölkerung im Vorfeld gut informiert worden war.<BR /><BR />Ein Probealarm stärkt auch das Bewusstsein für das richtige Verhalten in Notlagen: Warnungen rasch wahrnehmen, offizielle Informationen beachten und den Anweisungen der Behörden folgen. Die Erkenntnisse aus der Übung werden nun ausgewertet und fließen in die weitere Optimierung der Zivilschutzmaßnahmen ein. So sollen Technik, Strukturen und Zusammenarbeit im Ernstfall verlässlich funktionieren.