Die Ermittler wollen klären, ob fahrlässige Praktiken in der Baubranche für das Desaster mitverantwortlich sein könnten. Indes warnte Zivilschutzchef Guido Bertolaso vor großer Erdrutschgefahr in Italien. Sollten keine Vorbeugungsmaßnahmen ergriffen werden, könnte es weitere Todesopfer geben.„Man muss aus der Tragödie lernen. Wenn wir keine Maßnahmen zur Konsolidierung der von Erdrutschen gefährdeten Gemeinden ergreifen, wird es zu weiteren Katastrophen kommen", meinte Bertolaso nach Medienangaben vom Dienstag.Umweltschutzverbände kritisierten erneut den „verantwortungslosen Städtebau und die Missachtung von Baunormen". Sie prangerten an, dass in Italien überall und ohne Rücksicht auf europäische Standards gebaut werde. Nach Angaben des Zivilschutzes sind 70 Prozent der Gemeinden wegen nicht genehmigter Bauten und abgeholzter Wälder von Überschwemmungen bedroht.Der Zivilschutzchef warnte vor den vielen Bausünden, die täglich begangen werden und damit auch die Umwelt stark belasten. 28.000 Bauten wurden im vergangenen Jahr illegal errichtet. Illegal errichtete Immobilien nehmen in Italien bereits eine Gesamtfläche von 32 Millionen Quadratmetern ein, warnten Umweltaktivisten. Allein in der Region Kampanien seien 5000 Wohnungen, meist an den schönsten Küsten, ohne Baugenehmigung errichtet worden.apa