Samstag, 05. Dezember 2020

Zivilschutzstatus wird auf Voralarm (Bravo) hochgefahren

Der Zivilschutzstatus wird nach Lawinenabgängen und Stromausfällen ab sofort bis Montag auf Voralarm (Bravo) angehoben, wurde in der Bewertungskommission im Landeswarnzentrum beschlossen.

Von Aufmerksamkeit (Alfa) auf Voralarm (Bravo).
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Von Aufmerksamkeit (Alfa) auf Voralarm (Bravo). - Foto: © Land Südtirol
Bei einer Sitzung der Bewertungsgruppe im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz wurde Samstagmittag beschlossen, ab sofort bis Montag landesweit den Zivilschutzstatus Voralarm (Bravo) auszurufen. Das Lagezentrum bei der Berufsfeuerwehr ist seit Samstag früh rund um die Uhr im Einsatz.



Die Lawinengefahr bleibt weiter groß bei Gefahrenstufe 4 der fünfteiligen Skala, fasst Lukas Rastner vom Landesamt für Meteorologie und Lawinenwarnung zusammen: Beobachter und Lawinenkommissionen bestätigen eine kritische Lawinensituation, Lawinenabgänge wurden zum Beispiel aus dem Ultental (STOL hat berichtet), Passeiertal und Fischleintal gemeldet. Aufgrund der erwarteten Schneefälle wird sich die Situation weiter zuspitzen.

Derzeit bestehen mehrere lokale Probleme in der Stromversorgung im Ultental und im Sarntal, in Eppan, Meransen, Mühlwald, Lappach und Sexten. (STOL hat berichtet)



Von Aufmerksamkeit (Alfa) auf Voralarm (Bravo)

Deshalb, erklärt der Vorsitzende der Bewertungskommission und Direktor des Landeswarnzentrums Willigis Gallmetzer, wird der Zivilschutzstatus auf Bravo (Voralarm) gesetzt, die dritte Stufe der vierstufigen Skala. Das bedeutet, dass ein für den Zivilschutz relevantes Ereignis - mit Lawinenabgängen, Straßensperren und Stromausfällen, wie heute berichtet - eingetreten ist, die Einsatzkräfte sind auf den Plan gerufen, alle Behörden im Zivilschutzsystem sind informiert. Der Voralarm wird ausgelöst, wenn ein Ereignis die Bevölkerung betrifft und einen koordinierten Einsatz erfordert. Das Landeswarnzentrum und die Einsatzzentralen halten Kontakt mit dem betroffenen Gebiet und setzen alle nötigen Maßnahmen, um die Gefahr für Gebiet und Bevölkerung einzudämmen.

Erwartet werden Lawinen und Gleitschneelawinen, Baumstürze, Steinschläge und Rutschungen, kleinräumige Überflutungen, Stromausfälle und Kommunikationsausfälle und Verkehrsbehinderungen.



In täglichen Bewertungskommissionen wird seit Donnerstag im Landeswarnzentrum die Situation von verschiedenen Seiten beleuchtet. Neben dem Bevölkerungsschutz und dem Landeswarnzentrum geben bei der Sitzung Vertreter des Landesamtes für Meteorologie und Lawinenwarnung, des Amtes für Hydrologie und Stauanlagen, der Wildbachverbauung, des Zivilschutzes, der Landesforstabteilung, des Landesamtes für Geologie, der Berufsfeuerwehr, der Landesverkehrsmeldezentrale, der Landesnotrufzentrale und des Landesstraßendienstes ihre Bewertung ab, zum Teil via Videokonferenz.

Über ein Meter Neuschnee in höheren Lagen


In höheren Lagen ist teilweise schon über ein Meter Neuschnee gefallen. Wie erwartet, hat es an einigen Orten längere Zeit geregnet, so zum Beispiel im Raum Bruneck.

Auch am Samstagabend ziehen weitere kräftige Schauer durch, wobei vereinzelt auch Gewitter möglich sind. In den Tälern geht der Schneefall nach und nach in Regen über, da die Null-Grad-Grenze auf etwa 2000 Höhenmeter steigt.

Aktuell halten ergiebige Niederschläge landesweit an. Die Aufnahmen zeigen winterliche Eindrücke aus Lana, Prissian, Schernag und Nals.

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Feuerwehren im Dauereinsatz

Aufgrund der ergiebigen Schneefälle sind die Feuerwehrleute immer noch im Dauereinsatz. Unter anderem im Burggrafenamt mussten zahlreiche Feuerwehren seit Samstagfrüh ausrücken.

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lpa/jot