Seit über 20 Jahren dreht sich bei ihr vieles um die Tomate. Heuer wachsen rund 75 verschiedene Sorten in ihrem Garten – in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Größen. <b>von Florian Mair</b><BR /><BR />„Mich faszinieren die Farben und Geschmäcker der Tomaten“, erzählt Dejori Haas und zeigt auf ihre Pflanzen. Darunter finden sich u. a. Leiferer Ochsenherz, Südtiroler Fleischtomaten, Antenhorn, Kastelruther Spatz, Frühe Liebe, Fuzzy Wuzzy, Grüne Zebra, Valencia, Weiße Schönheit, Zuckertraube, Mafia, Paulinchen, Faltenrock und Feuerwerk. Weiters gedeihen in ihrem Garten die Ananastomate, die Zitronentomate, grüne Tomaten sowie weiße, rote und gelbe Johannisbeer-Tomaten. „Die meisten Sorten kommen aus Amerika“, erklärt die Tomaten-Expertin.<h3> „Wer sich durch die Tomatenvielfalt kostet, merkt schnell: Keine schmeckt ganz gleich wie die andere“</h3>Eine Besonderheit ist zweifelsohne die Reisetomate. „Sie ist ein Mitbringsel von den Indianern, die diese Tomate auf Wanderschaften mitnahmen“, betont Dejori Haas. Einzelne „Zehen“ lassen sich leicht abbrechen, ohne die restliche Frucht zu beschädigen. Wer sich durch die Tomatenvielfalt kostet, merkt schnell: Keine schmeckt ganz gleich wie die andere. „Einige ähneln sich, die eine ist süßer, die andere säuerlicher“, erklärt sie. Gerade diese geschmackliche Vielfalt mache für sie den besonderen Reiz aus.<BR /><BR />Natürlich gewinnt Dejori Haas den Samen selbst. Dafür sucht sie sich pro Sorte ein bis zwei besonders schöne Tomaten aus – von den allerersten bestens entwickelten Früchten. „Die schönsten und größten Tomaten müssen es sein“, sagt sie. Nimmt man hingegen die letzten Früchte des Jahres für die Samengewinnung, kann es passieren, dass die Pflanzen dieser Sorte im darauffolgenden Jahr erst spät reifen.<BR /><BR />In der Küche sind Tomaten vielseitig einsetzbar: Als Salat kommen sie regelmäßig auf den Tisch, ein großer Teil der Ernte wird aber eingekocht. Dabei mischt Dejori Haas Fleischtomaten verschiedener Sorten miteinander – daraus entsteht dann ein besonders „gschmackiger“ Sugo. „Es gibt auch die Fülltomaten, Sorten fast ohne Innenleben, sie sind fast hohl“, erklärt sie. Im Inneren befindet sich hauptsächlich der Samenstrang. Diese Tomaten eignen sie sich gut zum Füllen – beispielsweise mit Reis.<h3> Die Tomatensaison beginnt für Barbara Dejori Haas bereits im Jänner</h3>Von klein bis groß reicht die Bandbreite der Tomaten im Garten der Expertin in Eggenbach. Ihre schwerste Tomate brachte heuer rund 1,30 Kilogramm auf die Waage, während die kleinsten Früchte in etwa so groß wie eine Murmel sind. Die Tomatensaison beginnt für Barbara Dejori Haas bereits im Jänner mit dem Säen. Danach muss sie die Pflänzchen zweimal umtopfen. Und sobald es die Witterung zulässt, dürfen diese dann ins Freie. In Eggenbach ist das in der Regel Mitte Mai. Heuer erntete sie Anfang Juli die ersten Tomaten.<BR /><BR />Immer wieder probiert sie für sich neue Sorten aus. „Manche gedeihen im ersten Jahr nicht richtig, im zweiten geht es dann gut“, erzählt Dejori Haas. Die Samen „neuer“ Sorten erhält sie u. a. von Gleichgesinnten – und gibt natürlich auch Saatgut weiter. Keinen Platz widmet sie Hybridsorten. „Für mich gibt es nur Saatsorten, denn ich will wissen, was ich esse“, betont das Arche Südtirol-Mitglied.