Mittwoch, 23. August 2017

Zu viel Belastung: Wenn körperliche Arbeit grenzwertig ist

Vibrationen von Werkzeugen und Maschinen, starker Lärm, hohe und tiefe Temperaturen, Einatmen von Staub, Rauch und Abgasen: Bei körperlich belastenden Einflüssen in der Arbeitsumgebung steht Südtirol nicht gut da.

Zu heiß, zu laut, zu schwer: Körperliche Arbeit kann überaus belastend sein.
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Zu heiß, zu laut, zu schwer: Körperliche Arbeit kann überaus belastend sein. - Foto: © APA/DPA

„In fünf von sieben Kategorien ist Südtirol schlechter dran als die Vergleichsländer Italien, Österreich, Deutschland und die Schweiz, zweimal sogar schlechter als der EU-Durchschnitt, nämlich bei Vibrationen und hohen Temperaturen“, berichtet AFI-Forschungsmitarbeiter Tobias Hölbling von der Erhebung der Arbeitsbedingungen (EWCS) in Südtirol. 

Baugewerbe besonders stark betroffen

„Fast jeder dritte Südtiroler Beschäftigte (32,9%) gibt an, mindestens ein Viertel der Arbeitszeit Lasten zu tragen oder zu bewegen. Das ist der höchste Wert der Vergleichsgruppe und gleichauf mit dem EU-Durchschnitt“, stellt der Arbeitspsychologe Hölbling fest. 

Am meisten betroffen sind wie zu erwarten das Transportwesen und die Logistik, die Landwirtschaft, das verarbeitende Gewerbe und besonders stark das Baugewerbe. 

„Branchen wie Bau, Industrie oder Landwirtschaft sind nun einmal körperlich sehr belastend. Deshalb kann es nur darum gehen, den Umgang mit den Arbeitsbedingungen zu ändern, Stichwort Verhaltensprävention und betriebliche Gesundheitsförderung. Das lohnt sich auf Euro und Cent“, weiß Hölbling. 

300 Berufskrankheiten pro Jahr 

Das Arbeitsunfallversicherungsinstitut INAIL kennt die Folgen von der praktischen Seite. INAIL-Direktorin Mira Vivarelli: „In Südtirol werden dem INAIL jährlich etwa 250 bis 300 Berufskrankheiten gemeldet, die Großteils auf körperliche Risikofaktoren zurückgehen. In den letzten Jahren hatten wir einen deutlichen Anstieg von Krankheiten, die von ungünstigen Körperhaltungen, stets gleichen Bewegungen oder dem Tragen von Lasten verursacht werden.“ 

AFI-Präsidentin Christine Pichler unterstreicht: „In Arbeitssicherheit und Ergonomie investieren kann sich als doppelter Gewinn erweisen: Ein Vorteil für die Gesundheit der Beschäftigten und ein Vorteil für die Betriebe. Diese Einstellung wünsche ich mir in der Zusammenarbeit der Südtiroler Sozialpartner beim Abbau von körperlich belastenden Arbeitsbedingungen." 

Weniger langandauernd Sitzen

Bei anderen Indikatoren hingegen steht Südtirol besser da, so Hölbling. Ermüdende oder schmerzhafte Körperhaltungen müssten die Südtiroler Beschäftigten weniger oft einnehmen als die Vergleichsgruppe und der EU-Durchschnitt. Auch das langandauernde Sitzen sei nicht so stark verbreitet.

stol

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Abrufbar ist der vollständige Bericht hier. 

stol