Die Tischlerei, die Näherei und die Strickerei – diese 3 Arbeitsbereiche gibt es in der Geschützten Werkstatt im Sozialzentrum Trayah in Bruneck nicht mehr. Fehlendes Personal ist allerdings (noch) nicht der Grund dafür.<BR /><BR />„Es geht vielmehr um erneuerte Konzepte der Werkstatt“, sagt Robert A. Steger. Oberstes Ziel sei es, möglichst viele Menschen mit besonderen Bedürfnissen in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. „Das gelingt mithilfe von Praktika und Projekten immer besser“, sagt der Präsident der Bezirksgemeinschaft. <BR /><BR />Auf der anderen Seite bedeute das für die Geschützten Werkstätten, dass die „besten“ Betreuten fehlen. Im Gegenzug kämen arbeitsmäßig eher „Schwächere“ nach. „Aus diesem Grund müssen die Arbeitsabläufe ständig an die Bedürfnisse und Fertigkeiten der Betreuten angepasst und tendenziell vereinfacht werden“, meint Steger. <h3> Veränderung bei Arbeitsbereichen</h3>Die Folge sei eine Veränderung bei den Arbeitsbereichen. „Wir haben derzeit in der Geschützten Werkstatt in Bruneck niemanden, der mit einer größeren Maschine umgehen kann.“ Daher sei die Tischlerei geschlossen worden. Und sie werde auch nicht wiedereröffnet, wenn die Werkstatt von ihrem derzeitigen Außenquartier im Waldheim in die erneuerte Struktur im Trayah zurückkehre. Produkte aus Holz werde es natürlich weiterhin geben – aber eben einfachere.<BR /><BR />In der Näherei und Strickerei sei die Lage ähnlich: Hier seien viele bisherige Arbeitsschritte für neue Betreute zu schwierig, weshalb die beiden Bereiche zu einer neuen Textilgruppe zusammengefasst werden – „mit vereinfachten Tätigkeiten, damit die Betreuten diese auch ausführen können“, erklärt der Präsident.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="963448_image" /></div> <BR /><BR />„Natürlich spüren wir auch in der Werkstatt den Arbeitskräftemangel“, sagt Steger. Werkerzieher und Handwerker seien sehr schwer zu finden. Größere Probleme habe man aber im Wohnbereich. „Im Wohnheim können derzeit 5 Heimplätze nicht vergeben werden, weil uns das Personal fehlt.“<BR /><BR />Ähnlich sei es im Wohnhaus Autismus im Josefsheim. „Das ist derzeit kein Wohnhaus im eigentlichen Sinne, was ja unser Ziel ist. Derzeit können wir lediglich einen verlängerten Tagesdienst anbieten“, erklärt Steger. Überall, wo Turnusdienste und Abendarbeit vonnöten seien, wie das eben in Wohnbereichen der Fall sei, tue man sich sehr schwer, Personal zu finden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-62164872_quote" /><BR /><BR />Und die Situation werde wohl nicht besser, eher sogar schlechter, fürchtet der Präsident der Bezirksgemeinschaft. „Denn in den nächsten Jahren stehen viele Pensionierungen an.“ <BR /><BR />Ein Problem sei natürlich auch die Bezahlung im öffentlichen Bereich. „Wir können da mit der Privatwirtschaft einfach nicht mehr mithalten.“ Da müsse wirklich schleunigst nachgebessert werden, fordert Steger vom Land. Ansonsten sehe er schwarz für neue soziale Strukturen. In Pfalzen etwa solle das neue Seniorenheim gebaut werden. „Da brauchen wir ungefähr 150 Angestellte. Woher wir diese bekommen sollen, weiß ich derzeit nicht.“<BR />