Die Regeln für die Wahlverfahren und die Zusammensetzung des Nationalrats der Psychologen, der territorialen Räte und der jeweiligen Disziplinarorgane des Psychologenordens zielt darauf ab, eine ausgewogenere Vertretung zu gewährleisten, indem es festlegt, dass „mindestens 20 Prozent“ der Vorzugsstimmen dem am wenigsten vertretenen Geschlecht unter den Kandidaten vorbehalten werden. <BR /><BR />Die Nichtigkeit der Wahl droht bei Nichteinhaltung der Regeln. Unter den 141.000 Mitgliedern des Psychologenordens sind nur 23.000 Männer - das sind 16,3 Prozent der Gesamtzahl. <BR /><BR />„Die Absicht ist es, sicherzustellen, dass die Kandidatenlisten in Bezug auf Geschlecht und Alter repräsentativ sind. Aus diesem Grund hat das Gesundheitsministerium darauf hingewiesen, dass die Listen für die Wahlen für den Berufsorden nicht nur aus Vertretern eines Geschlechts bestehen dürfen. Es wird auch festgelegt, dass mindestens 20 Prozent der Fachkräfte unter 45 Jahren auf den Listen vertreten sein müssen. Das ist ein Kriterium, das meines Erachtens schrittweise auf alle Gesundheitsberufe angewandt werden sollte, und wir gehen dabei mit gutem Beispiel voran“, kommentierte David Lazzari, Präsident der Berufskammer der Psychologen. <BR /><BR />„Der Psychologen-Beruf war schon immer stärker von Frauen geprägt, aber das ist kein Nachteil: Frauen sind kompetent und erbringen gute Leistungen, so dass ihre Mehrheit keine Schwäche darstellt. Trotzdem ist es gut, wenn auch Männer repräsentiert sind“, betonte Lazzari. Die Zahl der Frauen in Spitzengremien sei in den letzten Jahren stark gestiegen.<BR /><BR />Weil Männer in führenden Positionen ebenfalls im Schulsystem unterrepräsentiert sind, hat Italien Männerquoten auch dort eingeführt. Bei den Ausschreibungen für 587 Schulleiter-Posten wurde bei Punktegleichstand den männlichen Kandidaten der Vorzug gegeben. Im italienischen Schulsystem überwiegt die Zahl der Frauen deutlich. Sie machen insgesamt 83 Prozent des Lehrpersonals aus. In Volksschulen beträgt dieser Wert sogar 95 Prozent.<BR /><BR />Bis Anfang der 2000er-Jahre waren zwei Drittel der Schuldirektoren Männer. Das hat sich inzwischen geändert. Die große Mehrheit der Kandidaten für die 587 Schuldirektoren-Stellen dürften Frauen sein. Das Prinzip der Männerquoten soll auch bei den Ausschreibungsverfahren für die Anstellung von Lehrern eingeführt werden, die die Regierung plant.