Freitag, 30. September 2016

Zug rast in Bahnhof: Ermittlungen in New Jersey

Nach dem schweren Unglück eines Pendlerzugs nahe New York mit einer Toten und 108 Verletzten ermitteln die Behörden wegen eines möglichen Versagens des Zugführers.

Am Donnerstagmorgen raste ein Zug ungebremst in einen Bahnhof von New Jersey. Jetzt laufen die Ermittlungen.
Am Donnerstagmorgen raste ein Zug ungebremst in einen Bahnhof von New Jersey. Jetzt laufen die Ermittlungen. - Foto: © APA/AFP

Auch ein technischer Defekt komme in Betracht, sagte New Jerseys Gouverneur Chris Christie nach dem Unfall in Hoboken am Donnerstag. Der Zugführer sei verletzt worden, arbeite aber inzwischen mit den Ermittlern zusammen.

Man wolle keine voreiligen Schlüsse ziehen. Hoboken liegt am Hudson River direkt gegenüber Süd-Manhattans. Da der Zug kein automatisches Bremssystem hatte, werde „absolut“ untersucht, ob dies für das Unglück mitverantwortlich war, sagte Bella Dinh-Zarr von der Transportsicherheitsbehörde NTSB.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Gleisgelände des Bahnhofs liegt bei umgerechnet etwa 16 Kilometer pro Stunde, im Bereich der Bahnsteige etwa bei der Hälfte. Wie schnell der Zug zum Zeitpunkt des Aufpralls fuhr, blieb zunächst unklar. Teile des Bahnhofs stürzten ein, das Gebäude an sich sei aber sicher.

„Es ist nur klar, dass der Zug mit hoher Geschwindigkeit in den Bahnhof eingefahren ist“, sagte Christie. Auch Augenzeugen berichteten, wie der Zug ungebremst in den historischen Bahnhof der 50.000-Einwohner-Stadt fuhr. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass es sich um „irgendetwas anderes als ein tragisches Unglück“ gehandelt haben könne, also etwa ein Verbrechen oder einen bewusst herbeigeführten Unfall.

Ungebremst in den Bahnhof: Eine Tote

Der Zug mit der Nummer 1614 war etwa eine Stunde vor dem Unglück in Spring Valley im Bundesstaat New York nördlich von Hoboken gestartet und gegen 8.45 Uhr (Ortszeit) ungebremst auf Gleis 5 in den Bahnhof eingefahren.

Er sprang vom Prellbock auf den Bahnsteig und kam erst an einer gegenüberliegenden Wand zum Stehen, woraufhin auch Teile der Dachhalterung einstürzten.

Die tödlich verunglückte Frau befand sich offenbar im Bahnhof und wurde von fallenden Trümmern getroffen. Der Zugverkehr wurde nach dem Unfall komplett eingestellt und die Gegend weiträumig abgesperrt.

Die Station ist einer der meistbenutzten Pendlerbahnhöfe im Umkreis von New York.

apa/dpa

stol