Der Eigentümer des Geländes, der Betreiber der Ätna-Seilbahn und Unternehmer Francesco Russo Morosoli, führt nun ein Eintrittsticket von 5 Euro ein. Dieses gilt nicht für Sizilianer. „Leider haben unzählige Fälle von Müllentsorgung, das unkontrollierte Entstehen von wilden Mülldeponien, sowie das naive Verschieben von Steinen, um Schriftzüge und Herzen zu formen, uns dazu gezwungen, ab heute einen geregelten Zugang einzuführen“, erklärte Russo Morosoli. <BR /><BR />Die Silvestri-Krater wurden bereits 1997 von seiner Unternehmensgruppe erworben und sind Privateigentum. „Das Gebiet ist also kein Staatseigentum, unterliegt keiner Konzession und ist auch keine Zone mit höchstem Schutzstatus - und dennoch sehen wir es als unsere Pflicht, es zu erhalten und zu schützen“, betonte der Unternehmer.<BR /><BR />„Bereits im April haben wir eine Art Kontrollpunkt eingerichtet, um die Sicherheit der Touristen zu gewährleisten und haben alle Betreiber und Reiseleiter informiert, dass der Zugang bald geregelt würde. Wer viel reist, weiß, dass in anderen Teilen der Welt naturkundliche Stätten fast immer Eintritt kosten.“<BR /><BR />„Wir verlangen einen geringen Beitrag, der zur Deckung von Personalkosten, Informationsbroschüren, wissenschaftlichem Infomaterial, Bänken, Abfalleimern sowie für all jene dient, die sich tagtäglich darum kümmern, den Müll zu beseitigen, der dort zurückgelassen wird“, so Russo Morosoli weiter.<BR /><BR />Die Gemeinde Nicolosi, zu deren Gebiet der höchste aktive Vulkan Europas gehört, zeigt sich skeptisch. Auch im Regionalparlament Siziliens regt sich Protest: „Es handelt sich um Staatsland - das darf nicht einfach kostenpflichtig werden“.<BR /><BR />Auch in den sozialen Netzwerken wächst der Unmut, ebenso wie in Politik und Wissenschaft. Giuseppe Riggio, Vorsitzender des Alpenvereins CAI in Catania, protestiert: „Die Silvestri-Krater waren immer ein frei zugänglicher Ort für den ersten direkten Kontakt mit dem Ätna. Die Einführung eines Eintritts hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.“<BR />Kritisch äußert sich auch Nicolosis Bürgermeister Angelo Pulvirenti: „Der Ätna ist ein Welterbe - er darf nicht wie Privateigentum verwaltet werden.“<BR /><BR />Die Silvestri-Krater liegen deutlich unterhalb der Gipfelkrater, die über 3.400 Meter erreichen. Diese Seite des Ätna gilt als Hauptzugang zur Hochzone des Vulkans - man schätzt, dass dort jährlich rund eine Million Besucher ankommen.