Donnerstag, 25. Januar 2018

Zugunglück bei Mailand – Regierung: „Bahnnetz sicher“

Nach der Entgleisung eines Pendlerzugs vor den Toren Mailands mit drei Toten, sechs Schwerverletzten und mehr als 90 Leichtverletzten hat die italienische Regierung Kritik über mangelnde Sicherheit des regionalen Bahnnetzes in Italien zurückgewiesen.

Nach dem Zugunglück bei Mailand versichert die italienische Regierung, dass das Bahnnetz sicher sei.
Nach dem Zugunglück bei Mailand versichert die italienische Regierung, dass das Bahnnetz sicher sei. - Foto: © LaPresse

„Wir verlangen die Wahrheit über dieses Bahnunglück. Italiens Bahnnetz zählt jedoch zu den sichersten der Welt“, so Verkehrsminister Graziano Delrio.

Die Investitionen in die Sicherheit des regionalen Bahnnetzes seien in den letzten drei Jahren um 340 Prozent gestiegen, argumentierte Delrio. Er bestritt auch, dass der Staat in den letzten Jahren auf Kosten der regionalen Bahnlinien stark in die rentablen Hochgeschwindigkeitsstrecken investiert habe.

Der Minister sprach von einem „tragischen Tag“ für Mailand und das gesamte italienische Bahnsystem. Es sei nicht tolerierbar, dass Menschen sterben müssten, während sie zur Arbeit fahren. Der Minister setzte eine Kommission des Verkehrsministeriums zur Ermittlung der Ursachen des schweren Unglücks ein. Zugleich lobte Delrio die Effizienz des Rettungseinsatzes am Unglücksort in Mailand.

Der entgleiste Zug war bei einer Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometern unterwegs. Die Ermittler befragten den Lokführer, ein Schienenbruch auf einer Länge von etwa 20 Zentimetern wurde untersucht. Noch sei nicht klar, ob es sich dabei um die Ursache oder eine Folge des Unfalls handle, teilten Experten der Bahnnetz-Gesellschaft RFI mit.

apa

stol