Samstag, 30. September 2017

Zugunglück: Einsatzkräfte proben Ernstfall

Ein regelrechtes Horrorszenario haben die Einsatzkräfte in Bruneck in der Nacht auf Samstag geprobt: Eine Kollision zwischen Zug und Privatauto mit über 100 Verletzten.

Foto: FFB/Ralser/Oberlechner
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Foto: FFB/Ralser/Oberlechner

Laut Einsatzszenario kam es zu einer Kollision zwischen einem Personenzug und einem Privatauto. Durch die unverzüglich eingeleitete Notbremsung wurden zahlreiche der 136 Passagiere verletzt, einige davon schwer.

Erschwerend war, dass der Zug in einem teilweise unwegsamen Gelände und darüber hinaus mit zwei Waggons in einem Tunnel zum Stehen kam.

Rettungskette in Gang gesetzt

Unverzüglich wurde eine imposante Rettungskette in Gang gesetzt. Neben der Feuerwehr Bruneck wurden weitere 17 freiwillige Feuerwehren der Umgebung, die Berufsfeuerwehr Bozen, diverse Mannschaften der italienischen Staatsbahnen, Sanitäter des Weißen und Roten Kreuzes aus dem ganzen Land, die Bergrettung, die Wasserrettung, die Carabinieri, Straßenpolizei, Finanzwache, Ortspolizei, das Heer, der Zivilschutz des Weißen Kreuzes, die Landesnotrufzentrale, diverse Notärzte und Sanitäter in den Einsatz beordert.

Der Einsatz wurde im Rahmen einer gemeinsamen Einsatzleitung, welche von der Feuerwehr Bruneck, dem Regierungskommissariat, der italienischen Staatsbahnen und dem Amt für Zivilschutz koordiniert wurde, abgearbeitet. In der gemeinsamen Einsatzleitung waren sämtliche Einsatzorganisationen vertreten.

500 Personen im Einsatz  

Insgesamt wurden 495 Einsatzkräfte aufgeboten und in den Einsatz geschickt. Allein von Seiten der Feuerwehren wurden 201 Wehrleute mobilisiert. 137 Sanitäter des Weißen und Roten Kreuzes, neun Ärzte und ebenso viele Pfleger versorgten die vielen Verletzten. Insgesamt wurden 136 Personen gerettet, wovon vier leider den Tod fanden.

Da im Bereich der Schadensstelle eine Versorgung der Verletzten nicht gewährleisten war, mussten diese anhand eines Mobilitätskonzeptes über eine längere Wegstrecke zum Patientenablageplatz transportiert werden und von dort wieder weiter zum Behandlungsplatz, der in der Dreifachturnhalle in der Brunecker Sportzone aufgebaut wurde.

Täuschend echt

Im Rahmen der Großübung konnte erstmals eine derartig große Schadenslage mit vom RUD-Dienst des Weißen Kreuzes täuschend echt geschminkten Komparsen durchgearbeitet werden, was die Übung noch realistischer erscheinen ließ.

Täuschend echte Simulation. Foto: FFB/Ralser/Oberlechner

Im Rahmen der Übung konnten die Ziele wie professionelle Abarbeitung dieser Großschadenslage, zeitnahe und zielgerichtete Einsatzabwicklung, Aufrechterhaltung der Kommunikationswege und die Überprüfung der nahtlosen Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Akteuren in der Rettungskette mit positivem Ergebnis abgeschlossen werden.

In diesem Sinne kann ein überaus positives Fazit der Übung gezogen werden – auch unter Berücksichtigung der raschen Abarbeitungszeit. Tatsächlich wurde der „Einsatz“ innerhalb von 3,5 Stunden abgearbeitet.  Die Aufräumarbeiten zogen sich bis in den frühen Morgen hin.

stol

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stol