Donnerstag, 14. Mai 2015

Zugunglück in Philadelphia: Zu hohes Tempo und kein Zugleitsystem

Keine 24 Stunden ist das schwere Zugunglück in Philadelphia her, da werden Fragen am Zustand der Technik laut. Verhinderte ein alter Budgetstreit, dass der zu schnelle Zug rechtzeitig abbremste?

Foto: © APA/EPA

Ein jahrelanger Streit um das Budget der US-Bahngesellschaft Amtrak war möglicherweise mit Schuld am schweren Zugunglück mit sieben Toten und mehr als 200 Verletzten in Philadelphia.

Ein im Nordwesten der USA verbreitetes Zugleitsystem, das Entgleisungen wegen zu hoher Geschwindigkeiten verhindern soll, war an der Unfallstelle nicht installiert. Die als „Positive Train Control“ (PTC) bekannte Technik hätte das Unglück verhindern können, sagte Robert Sumwalt von der Behörde für Transportsicherheit NTSB.

Die Lokomotive samt sieben Waggons war vor der Entgleisung in der Nacht zum Mittwoch mit 170 Stundenkilometern unterwegs und laut NTSB damit mehr als doppelt so schnell wie in der scharfen Kurve zulässig.

Das GPS-basierte System, das auch Kollisionen verhindern soll, muss laut einem Gesetz von 2008 bis Ende 2015 für Personenverkehr-Strecken im Fern- und Regionalverkehr der USA installiert werden. „Das war seit vielen Jahren auf unserer Wunschliste“, sagte Sumwalt.

Zwischen Republikanern und Demokraten tobt seit Mitte der 90er Jahre ein Streit um das Amtrak-Budget. Während die Menschen im Süden und Westen der USA, wo Republikaner vorherrschen, weniger auf die Bahn angewiesen sind, wird das Netz im von Demokraten kontrollierten Nordosten stärker genutzt. Deren Wähler verlassen sich bei Reisen zwischen Boston, New York, Philadelphia und Washington häufig auf Amtrak.

dpa

stol