Donnerstag, 10. November 2016

Zugunglück von Bad Aibling: Fahrdienstleiter vor Gericht

Fünf Monate haben sich die Staatsanwälte Zeit genommen, um zu ermitteln, wie es zu dem schlimmen Zugunglück in Bad Aibling kommen konnte. Doch waren sie sich schon relativ früh sicher, dass der Fahrdienstleiter daran schuld ist. Jetzt steht der Mann vor Gericht.

Das Zugunglück von Bad Aibling ist nun mehrere Monate her. Die schrecklichen Bilder und der Schmerz bleiben.
Das Zugunglück von Bad Aibling ist nun mehrere Monate her. Die schrecklichen Bilder und der Schmerz bleiben. - Foto: © APA/DPA

Fast genau neun Monate nach dem verheerenden Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten muss sich der Fahrdienstleiter vor Gericht verantworten. Dem 40-Jährigen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Der Bahnmitarbeiter soll bis kurz vor dem Zusammenstoß der beiden Züge das Fantasy-Rollenspiel „Dungeon Hunter 5“ auf seinem Smartphone gespielt haben. Dabei geht es um das Töten von Dämonen. Doch der Mann hätte sein privates Handy im Dienst gar nicht benutzen dürfen.

Für den an diesem Donnerstag vor dem Landgericht Traunstein beginnenden Prozess sind sieben Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil will der Vorsitzende Richter der Großen Strafkammer, Erich Fuchs, am 5. Dezember verkünden. Die Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung beträgt fünf Jahre.

Das Bahnunglück – eines der schwersten in der deutschen Nachkriegsgeschichte – kostete zwölf Menschen das Leben. Fast 90 Insassen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

dpa

stol