Dienstag, 14. Februar 2017

Zum Valentinstag: Vorsicht vor Liebe im Internet

Es besteht kein Zweifel, dass die Digitalisierung auch die Formen des Kennenlernens verändert hat: Es geht nicht mehr um verführerische Blicke oder geflüsterte Nettigkeiten, sondern um Pseudonyme und getippte Sätze in Chats von Online-Dating-Seiten. Aber Vorsicht: Auch wenn es um Gefühle geht, haben diese Internetseiten ihre Tücken.

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Foto: © shutterstock

Dass sich in den letzten 20 Jahren die Art und Weise der Verabredungen geändert hat, kann auch das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen bestätigen, das gerade erst sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat.

Während in den 70er und 80er Jahren die Suchenden ihr Glück in Diskotheken versuchten, kamen in den 90ern die Kontaktanzeigen und die Partnervermittlungsagenturen in Mode, die dann den Weg für Online-Dating-Seiten bereitet haben und deren Anzahl im Internet mittlerweile buchstäblich explodiert ist.

Neue Form der Suche - neue Gefahren

In der Vergangenheit ging es bei Beschwerden in Zusammenhang mit Partnervemittlungsverträgen an die EVZ meist um Partnervorschläge, die nicht innerhalb der vereinbarten Frist unterbreitet wurden, und um Vorschläge, die nicht dem vom Verbraucher ausgefüllten Profil zum Idealpartner entsprachen.

Diese haben sich mit der Zeit reduziert, auch, weil die Verbraucher im Laufe der Jahre „andere“ Möglichkeiten der Partnervermittlung in Anspruch genommen: Immer öfter wenden sich Suchende an die anonymen und günstigeren Online-Dating-Seiten.

Verträge verlängern sich automatisch

Aber auch diese haben ihre Tücken. Die Erzählungen der Betroffenen sind ähnlich, es ändern sich nur die Namen der Dating-Seiten. Meist sind es Unternehmen, die ihren Sitz in einem deutschsprachigen EU-Land oder in der Schweiz haben. In allen Fällen berichteten die Verbraucher, dass sie den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zustimmen mussten, um mit der Registrierung fortfahren, ein neues Profil erstellen und Angaben zu ihrem Idealpartner vornehmen zu können.

In keinem dieser Schritte wurde erwähnt, dass der Klick auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen impliziert, dass dieser Vertrag sich nach Beendigung der vereinbarten Laufzeit automatisch um einen gleich langen Zeitraum verlängern würde, wenn man ihn nicht rechtzeitig vor Beendigung kündigt.

Was das Rechtliche anbelangt, muss bei solchen Anmeldungen klar und deutlich bzw. auf den ersten Blick ersichtlich sein, dass der abgeschlossene Vertrag sich automatisch um die ursprünglich vereinbarte Dauer verlängert, wenn man ihn nicht vor Ablauf innerhalb einer gewissen Frist kündigt.

Antitrustbehörde bestätigt Grundsatz

In den meisten Fällen passiert aber genau das nicht. Dieser Grundsatz wurde auch von der italienischen Aufsichtsbehörde für Wettbewerb und Markt (Antitrust) in einer Entscheidung deutlich gemacht. Deshalb rät das EVZ, dass sich all jene, die sich einer Forderung im Hinblick auf die Kosten einer automatischen Erneuerung konfrontiert sehen, genau auf diesen Grundsatz, der auch von der Antitrustbehörde bestätigt wurde, berufen.

Wir erinnern, dass alle Onlinedienste, wie eben auch solche Dating-Seiten, die Pflicht haben, in ihren Bedingungen über das Bestehen der ODR-Plattform zu informieren: Diese kann bei Beschwerden gegen Online-Dating-Seiten in Anspruch genommen werden.

stol

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