Bei Kindern ist die Infektionsrate nach wie vor am höchsten, und das werde sich auch so schnell nicht ändern, sagt der Vize-Leiter der Covid-Einheit. <BR /><BR /><BR /><BR /> Die Zahl jener, die sich innerhalb weniger Wochen bereits zum zweiten Mal mit Corona infiziert haben, schießt durch die Decke. Zählte man beim Südtiroler Sanitätsbetrieb im November noch 167 Reinfektionen, waren es im Jänner fast deren 5500. Für Dr. Patrick Franzoni keine Überraschung. „Der Schutz durch Genesung ist flüchtig“, sagt der Vize-Leiter der Covid-Einheit.<BR /><BR />„Das gibt’s doch nicht!“, ärgert sich Alexander aus Bozen. „Erst Ende November war unsere gesamte Familie wochenlang in Isolation, weil wir alle mit Corona infiziert waren.“ Jetzt wurde der 5-jährige Sohn der Familie erneut positiv getestet. Der Rest der Familie blieb diesmal von einer Infektion verschont – die Eltern, weil 2-mal geimpft und geboostert, die 8-jährige Tochter, weil sie sich mit einem Elternteil rechtzeitig isoliert hatte.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="737654_image" /></div> <BR />Der 5-Jährige aus Bozen ist bei Weitem kein Einzelfall. 5470 Menschen in Südtirol haben sich allein im Jänner bereits zum zweiten Mal mit Corona infiziert. Im November vergangenen Jahres waren es gerade mal deren 167. Der Grund für den raketenhaften Anstieg der Reinfektionszahlen ist die Omikron-Variante, die seit November in Südtirol die Oberhand gewonnen hat. <BR /><BR />„Mit Omikron sind die Regeln neu geschrieben worden“, bestätigt Dr. Patrick Franzoni. „Diese Variante wurde fast wie ein neuer Mitspieler.“ Die Gefahr einer Neuansteckung sei auch deshalb groß, weil der Schutz als Genesener bei Weitem nicht so hoch sei wie jener durch die Impfung, so der Mediziner. <BR /><BR />„All jene, die sich bereits einmal infiziert haben, sind in etwa zu 62 Prozent vor einer erneuten Infektion geschützt“, sagt Dr. Franzoni. Diese Immunität sei allerdings flüchtig und zeitlich begrenzt. Wie internationale Studien deutlich gemacht hätten, sei der Schutz bei Genesenen nach 3 bis maximal 4 Monaten wieder gleich Null, so der Mediziner. <BR /><BR /><embed id="dtext86-52951883_quote" /><BR /><BR />Ganz anders verhalte es sich bei Geimpften. Doppelt Geimpfte und Geboosterte hätten einen Schutz vor einer Infektion von 87 Prozent. „Aber wir müssen schon ehrlich sein: Die Impfung hat nicht die Aufgabe, vor einer Infektion zu schützen, sondern vor einem schweren Verlauf bzw. davor, im Krankenhaus oder gar auf der Intensivstation zu landen“, so der Vize-Leiter der Covid-Einheit. <BR /><BR />Dass sich Geimpfte infizieren, sei folglich nichts Ungewöhnliches. Dass es nach Impfung und Genesung zu einer erneuten Infektion kommt, habe man bislang allerdings nicht festgestellt. „Die allermeisten Reinfektionen passieren bei Genesenen und Ungeimpften“, so Dr. Franzoni. Und immerhin habe Südtirol mit gerade mal knapp 76 Prozent eine nach wie vor mäßige Durchimpfungsrate.<BR /><BR />Nach wie vor am höchsten ist die Infektionsrate derzeit bei Kindern. Für Dr. Franzoni wenig erstaunlich, „hinken wir doch vor allem bei den Kindern zwischen 5 und 11 Jahren bei der Impfung im gesamtstaatlichen Vergleich deutlich hinterher. In der jüngsten Altersklasse haben wir eine Durchimpfungsrate von gerade mal mickrigen 20 Prozent.“ Und bevor diese Lücke nicht geschlossen wird, wird es wohl immer wieder zu Reinfektionen kommen.<BR />