Sonntag, 22. März 2020

Zunahmen bei Neuinfektionen in Österreich auf 15 Prozent gesunken

Der Trend der SARS-CoV-2 Zuwachsraten in Österreich flacht ab: Am Sonntag stiegen die Neuinfektionen innerhalb eines Tages von 2814 auf 3244 (Stand: 15 Uhr). „Die gesetzten Maßnahmen beginnen also zu wirken“, stellte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) fest. Das Plus von 430 bedeutet den größten Anstieg, gleichzeitig aber auch den geringsten täglichen Zuwachs mit rund 15 Prozent.

Hygienevorkehrungen allerorten.
Hygienevorkehrungen allerorten. - Foto: © JAKOB GRUBER
„Das ist eine deutliche Verringerung im Vergleich zur Situation vor einer und vor zwei Wochen, als die Tageszuwächse teilweise sogar bei 40 Prozent lagen“, hieß es dazu aus dem Gesundheitsministerium. Die täglichen Zuwächse müssen nun durch konsequente Umsetzung der Maßnahmen auf den einstelligen Bereich gedrückt werden, definierte Anschober das Ziel für die kommenden Tage. Um diese Aufgabe zu bewältigen müsse jeder Einzelne ein Teil der Lösung sein.

16 Todesfälle wurden mit Stand 15.00 Uhr vom Gesundheitsministerium bisher offiziell bestätigt. Die insgesamt 3244 Fälle teilen sich nach Bundesländern wie folgt auf: Burgenland (63), Kärnten (105), Niederösterreich (446), Oberösterreich (628), Salzburg (269), Steiermark (423), Tirol (644), Vorarlberg (263), Wien (403). Somit wurden im Budnesland Tirol und Oberösterreich weiterhin die meisten positiven Testergebnisse erzielt.

Mehr Tests

Indes stieg die Zahl der Testungen auf 21.368 (Stand Sonntag 8.00 Uhr) davon wurden in den vergangenen 24 Stunden 2.823 gemeldet, am Samstag wurde die Höchstzahl von 2.932 erreicht. Dieser Anstieg entspricht auch den Forderungen der Weltgesundheitsorganisation WHO nach mehr Tests, um Infizierte besser isolieren zu können. Einschränkung des gesellschaftlichen Lebens alleine würden nicht ausreichen.

Seit Samstag gibt es auch wieder laufend Updates zur Entwicklung in Österreich. Das amtliche „Dashboard COVID19“ des Gesundheitsministeriums macht alle 15 Minuten die aktuelle Entwicklung in Österreich online abrufbar (https://info.gesundheitsministerium.at/). Die hier angeführten Zahlen vereinen die Ergebnisse der landesweiten Labortests, die Entwicklungen werden bis auf Bezirksebene abgebildet.

Für die österreichischen Intensivmediziner gibt es eine erste antivirale Behandlungsleitlinie bei Covid-19-Patienten, erstellt von der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI). Eine antivirale medikamentöse Therapie ist erst mit einem schweren Erkrankungsverlauf bei Patienten angebracht, geht aus den Leitlinien hervor.

Zum Teil problematisch gestaltet sich indes die Rückholung der Österreicher aus dem Ausland: Zwar wurden bisher 3.500 Österreicher seit Beginn der Coronakrise retourniert, Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) rief jedoch jene, die noch nicht in der Heimat zurück sind, „zur höchsten Eile“ auf. „Diese Notflüge wird es nicht zeitlich unbegrenzt geben können“, warnte Schallenberg unter Hinweis auf bereits eingetretene Flugverbote wie etwa in Tunesien. „Höchst fahrlässig“ und an „Unvernunft“ grenzend bezeichnete Schallenberg das Verhalten von Österreichern, die „noch dieser Tage“ einen Flug ins Ausland antraten. Eine neue Webseite soll die Heimreise erleichtern. Unter https://heimflug.austrian.com/ können beim Außenministerium Registrierte für Rückflüge anmelden.

„Corona-Partys“

Ihre Unvernunft zeigten vereinzelt auch Österreicher im Inland, indem sie „Corona-Partys“ feierten oder anderweitig die Ausbreitung des Virus forcierten. „Was bleibt sind zahlreiche Anzeigen und die Frage, ob das größte Problem der Menschheit wirklich das Coronavirus ist, oder doch die Dummheit Einzelner“, resümierte die Polizei Niederösterreich auf ihrer Facebook-Seite.

Ein größerer Teil der Bevölkerung setzt sich aber angesichts der Krise für andere ein: Mit den Worten „Ich bin begeistert“ reagierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntag auf das Engagement der Menschen in Österreich: „Bereits Zehntausende sind aktiv und täglich werden es mehr“, stellte der Minister in einer Aussendung fest. Der Zusammenhalt, den er sich zu Beginn der Krise gewünscht habe, sei eingetreten.



apa

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