Die gute Nachricht vorweg: Der Wassermagistrat in Rom hat SEL und Etschwerken am Mittwoch bis 24. Juni Zeit gegeben, ihr Kriegsbeil zu begraben. Weniger gut ist, dass beide Parteien diese Zeit bitter nötig haben könnten.Theiner: Am liebsten die AnnulierungZwar macht der Landeshauptmann Druck, die Fusion im Jänner durchzuziehen. Tatsache bleibt aber, dass mit der Fusion auch eine rechtliche Sanierung jener elf Konzessionen erreicht werden soll, die der SEL aufgrund von Manipulationen zugesprochen wurden. Die Gretchenfrage ist somit, wie man rechtlich halbwegs einwandfrei aus dem bitteren Erbe des SEL-Skandals aussteigt.Der von der Landesregierung gewählte Weg wirft Fragen auf. „Oberstes Ziel ist, alles auf den Boden der Legalität zurückzuführen. Am liebsten wäre mir deshalb die Annullierung aller Konzessionen mit Neuausschreibung gewesen“, sagt Theiner. Dies sei aber nicht möglich. Das Land hat derzeit kein Gesetz zur Vergabe von Großwasserkonzessionen; die Zuständigkeit eines zu erlassen, wurde von Rom gestrichen.In dieser Situation habe man sich an die Gerichtsbarkeit gewandt. Auskunft von Staatsanwalt Giudo Rispoli: Durch die Fusion wird die Unrechtmäßigkeit der Zuweisung an die SEL nicht saniert. Es bestehe die Gefahr eines Strafverfahrens wegen Wettbewerbsverzerrung.Projekte sollen neu bewertet werden„In enger Absprache mit der Gerichtsbarkeit haben wir uns deshalb für eine Neubewertung aller 2005 eingereichten Projekte entschlossen“, so Theiner.Zur Erinnerung: Dieses Vorgehen hatte die alte Landesregierung im März 2013 auf Anraten von Prof. Giuseppe Caia bereits beschlossen. Kein geringerer als der damalige SVP-Chef Theiner stimmte dagegen. „Wer getrickst hat, soll keine zweite Chance erhalten“, sagte er – und befand sich mit dieser Meinung in illustrer Gesellschaft.bv/D_______________________________________________________________Was die Etschwerke zu diesem Dreh sagen und warum plötzlich nur noch wenige gegen die SEL wettern, lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe des Tagblatts „Dolomiten“.