Donnerstag, 15. Oktober 2020

Ab Montag greifen zusätzliche Vorsorgemaßnahmen in Südtirol

Mit zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen reagiert Landeshauptmann Arno Kompatscher auf die aktuelle Covid-Situation. Die Maßnahmen für Sexten und Welsberg-Taisten gelten sofort, die allgemeinen für ganz Südtirol ab Montag.

Ab Montag soll die Sperrstunde in ganz Südtirol für Bars auf 23 Uhr und Restaurants auf 24 Uhr vorverlegt werden.
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Ab Montag soll die Sperrstunde in ganz Südtirol für Bars auf 23 Uhr und Restaurants auf 24 Uhr vorverlegt werden. - Foto: © lpa/pixabay
Angesichts der Entwicklung der vergangenen Tage und nach eingehender Analyse mit den Experten des Gesundheitswesens wurden gezielt verschärfte Maßnahmen für die Cluster-Gemeinden Sexten und Welsberg-Taisten sowie einige allgemein verschärfte Vorbeugeregeln für ganz Südtirol auf den Weg gebracht.

Wie Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärt, ist das Ziel, „mittel- und langfristig größere Einschränkungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens zu vermeiden.“ Die Regeln zur Vorbeugung gegen die Verbreitung des Coronavirus betreffen die Bereiche Gastronomie, Veranstaltungen und Kontaktsport.

Bereits am Dienstag hatte der Landeshauptmann in der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung angekündigt: „Sofern wir in einzelnen Bereichen der Gesellschaft negative Trends feststellen, werden wir an diesen Stellen punktuell und mit Verordnung des Landeshauptmanns schärfere Maßnahmen ergreifen.“

Genau dies ist nun eingetreten: 2 Infektionsherde in den Gemeinden Sexten und Welsberg-Taisten haben die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Personen deutlich erhöht und zur Entscheidung geführt, sofort mit entsprechenden Verordnungen zu reagieren.

Regeln in den 2 Cluster-Gemeinden im Detail


Die beiden Dringlichkeitsmaßnahmen Nr. 43 und Nr. 44 gelten ausschließlich in den 2 genannten Gemeinden. Der Landeshauptmann hat sie am heutigen Donnerstag am späten Nachmittag unterzeichnet und sie sind ab sofort und bis einschließlich 31. Oktober in Kraft. „Damit wollen wir die Anzahl der Fälle möglichst eingrenzen und niedrig halten“, erklärt Kompatscher das dringliche Vorgehen.

Konkret bleiben in Sexten und Welsberg-Taisten für diesen Zeitraum alle Bars geschlossen. Die Restaurants dürfen nur bis 18 Uhr geöffnet bleiben; eine Ausnahme bilden Restaurants von Beherbergungsbetrieben zur Verköstigung der Hausgäste. Zudem sind alle Veranstaltungen kultureller, freizeitlicher und sportlicher Art ausgesetzt, um Menschenansammlungen jeglicher Art zu vermeiden.

Lediglich zivile und religiöse Zeremonien - wozu auch die Begräbnisse gehören - sind zulässig, allerdings mit ausschließlicher Teilnahme engerer Verwandter und mit maximal 15 Personen. Schließlich gilt eine generelle Pflicht, einen Schutz der Atemwege zu tragen. Ausgenommen sind davon zum einen die eigene Privatwohnung, zum anderen im Freien jene Fälle, in denen gewährleistet ist, dass nicht zusammenlebende Personen aufgrund der Beschaffenheit des Ortes und der Begebenheit der Situation dauerhaft voneinander isoliert bleiben.

Schließlich gilt die Empfehlung an die Bürger, die Bewegungen in die beiden Gemeinden und aus ihnen hinaus zu begrenzen, um die Ausbreitung des Virus zu einzuschränken.

Ab Montag zusätzliche Vorsorgemaßnahmen für ganz Südtirol


Um das Infektionsgeschehen in Südtirol insgesamt einzudämmen, wurde entschieden, weitere Vorsorgemaßnahmen auf den Weg zu bringen. Sie sollen morgen mit eigener Verordnung des Landeshauptmannes erlassen werden, um dann ab Montag landesweit in Kraft zu treten.

Diese Verordnung wird voraussichtlich bis Ende November gelten und unter anderem die Verabreichung von Speisen und Getränken bei öffentlichen Veranstaltungen untersagen. Die Sperrstunde für Bars soll auf 23 Uhr vorverlegt werden, jene für Restaurants auf 24 Uhr.

Bei kirchlichen Veranstaltungen wie Hochzeiten, Taufen, Begräbnissen usw. gilt in der Kirche weiterhin das dafür vorgesehene Protokoll. Zu anschließenden Feiern werden nur mehr maximal 30 Personen zugelassen.
Für den Freizeitsport gilt: Die Umkleidekabinen dürfen nicht benutzt werden. „Es ist zwar etwas umständlicher, aber wir haben festgestellt, dass sich gerade in diesem Umfeld viele Personen infizieren. Aufgrund dieser Gefahr müssen wir vorerst darauf verzichten“, erklärt Landeshauptmann Kompatscher diese Maßnahme.

Die Ausübung von Kontaktsport zu Freizeitzwecken wird in der Halle untersagt. Im Freien wird dringend empfohlen, sowohl auf die Ausübung von Kontaktsport als auch auf Feiern zu verzichten. Ebenso gilt die Empfehlung, Versammlungen und Veranstaltungen möglichst über digitale Kanäle zu organisieren.

lpa