Montag, 14. März 2016

Zusatzbelastung und Pech als Ursachen für das Unglück

Die Frage nach dem Warum, die Suche nach den Gründen geht auch zwei Tage nach dem Lawinendrama im Tauferer Ahrntal mit sechs Toten weiter. Beim Lokalaugenschein am Tag danach zeigen sich erste Anhaltspunkte.

Einsatzkräfte vor Ort. Nach der Bergung bewegt die Frage nach den Ursachen.
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Einsatzkräfte vor Ort. Nach der Bergung bewegt die Frage nach den Ursachen. - Foto: © STOL

Experten begutachteten am Sonntag den Lawinenkegel am Schneebigen Nock. Dort wo am Samstag 6 Tourengeher, davon 5 Südtiroler, den Tod fanden (STOL hat berichtet). 

„Für die Auslösung einer Lawine bei Warnstufe 2 braucht es eine große Zusatzbelastung. Und die hat es am Samstag mit Sicherheit gegeben“, sagte Matthias Hofer, BRD-Ausbildungsleiter, im Interview mit dem Tagblatt "Dolomiten" von Montag. Durch so viele Personen auf kleinem Raum wurden tiefe Schichten Altschnee gestört. „Zur Zusatzbelastung kam Pech - und es wurde ein kritischer Punkt erreicht, dass alles ins Tal rutschte." 

„Große Zusatzbelastung bedeutet z. B.,  dass mehrere Personen hintereinander aufsteigen, ohne den Sicherheitsabstand von 10 Metern einzuhalten bzw. bei einer Hangneigung von über 30 Grad nicht einzeln abfahren“, erklärt Hofer. Lawinenwarnstufe 2 als solche stellt er nicht in Frage. 

Nun sollen Zeugen und Angehörige befragt werden, um zu verstehen, wer mit wem unterwegs war. Insgesamt sollen am Samstag 15 Personen im Gipfelbereich des Schneebingen Nocks unterwegs gewesen sein. 

stol

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stol