Die vierte Ausgabe der Gastronomie-Fachtagung COOLinaria im Gustelier in Bozen beschäftigte sich mit spannenden Küchenphilosophien, regionalen Produkten und digitalen Innovationen. In seinen Grußworten sprach HGV-Präsident Klaus Berger von der Einzigartigkeit der Südtiroler Küchemit ihren mediterran-alpinen Einflüssen. Gleichzeitig verwies Berger auf die Herausforderungen der Branche, gute Fachkräfte zu finden und zu halten, und den neuen Bedürfnissen der Gäste nachzukommen. Das Gustelier nehme dabei eine Rolle als Impulsgeber für Innovation und Weiterbildung im Gastgewerbe ein, heißt es in einer Aussendung des HGV.<BR /><BR />Der deutsche Sternekoch Jan Hartwig sprach in einem Online-Talk von seinem Beruf als „wunderschönes Handwerk mit einem enormen Entwicklungspotenzial“. Kochen sei für ihn die Möglichkeit, den Gerichten seine eigene Handschrift zu geben, unter Verwendung der besten Produkte. „Komplexität zeigt sich oft in der Einfachheit. Das Produkt ist der Star meiner Küche“, beschrieb Hartwig seine Küchenphilosophie, und betonte, in der schönsten Branche der Welt zu arbeiten.<h3> Ökologie und Fine Dining passen sehr wohl zusammen</h3>Auf biodynamischen Gemüseanbau und die ausschließliche Verwendung von Produkten aus einem Umkreis von 25 Kilometern setzt Simon Tress in seinem Sternerestaurant auf der Schwäbischen Alb. Der Koch und Unternehmer bietet auf seinen Tellern den „echten Geschmack“, Transparenz ist dabei sein Credo und er zeigt, dass Ökologie und Fine Dining sehr wohl zusammenpassen und auch noch eine hohe Wirtschaftlichkeit garantieren können. <BR /><BR />Marian Schneider, Koch und Geschäftsführer der gastroevents GmbH aus Ulm, zeigte auf, wie durch klar strukturierte Abläufe und Zuständigkeiten eine zentrale Vorproduktion gut funktionieren kann. Sein Unternehmen bedient neun unterschiedliche Gastronomiekonzepte, von der Schulausspeisung, über eine Catering- und Eventgastronomie bis hin zur Hotel- und Sterneküche. Eine gute Organisation, keine Scheu vor Anpassungen sowie der Einsatz von Talenten an den richtigen Stellen seien die Grundlagen des Erfolgskonzeptes. Ein Modell, das in Zeiten von Personalmangel und Kostendruck relevanter denn je scheint.<h3> Humanoide Robotik in der Gastronomie</h3>Davide Caranchini vom Comer See sprach darüber, wie er sein eigenes Sternerestaurant „Materia“ ganzjährig in einer Sommerdestination wirtschaftlich tragfähig und mit klarer Linie führt. Ganz wichtig ist ihm dabei die Motivation seines Teams. Sein Credo: „Mitarbeitende sind keine Nummer, sie sind wesentlicher Teil des Betriebskonzeptes“. <BR />Über die entscheidende Rolle der digitalen Gästekommunikation und darüber, wie Gastronomiebetriebe diese nutzen können, sprach Veronika Mair, Web-Marketing-Expertin im HGV Bozen. Und Innovationsexpertin Manuela Pattis vom HGV schloss den Vormittag mit einem Überblick über den möglichen Einsatz von humanoider Robotik in der Gastronomie ab.<BR /><BR />Abgerundet wurde die Fachtagung COOLinaria mit Mittagsgerichten von Victoria Walder vom Restaurant Speckeggele in Schlanders. Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden ihr Wissen in zwei praxisorientierten Workshops mit Simon Tress und Veronika Mair.<BR />Die Fachtagung COOLinaria 2026 hat deutlich gemacht: Zukunftsfähige Gastronomie entsteht dort, wo eine klare Küchenphilosophie, engagierte Teams, sturkturiertes Arbeiten, Regionalität und digitale Innovation Hand in Hand gehen.