<b>Was bedeutet Glaube für Sie?</b><BR /><BR />Barbara Prantl: Glaube spielt in meinem Leben eine zentrale Rolle. Er gibt mir Halt und Sicherheit. Schon als Kind haben wir in unserer Familie den Glauben gelebt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74527749_quote" /><BR /><BR /><b>Warum sind Sie Religionslehrerin geworden?</b><BR /><BR />Prantl: Das geschah über Umwege. Ich bin keine ausgebildete Religionslehrerin. Zur Kirche hatte ich jedoch stets einen Bezug. Ich war in meiner Jugend Jungscharleiterin und später im Kirchenchor aktiv. Viele meiner Freundinnen sind auch Religionslehrerinnen. Vor zehn Jahren wurde ich gefragt, ob ich Religion unterrichten möchte, da in St. Pauls eine Stelle frei war. Zuvor hatte ich bereits zwei Jahre lang Musik in Kaltern unterrichtet. Ich beschloss, es auszuprobieren. Bis heute macht mir das Unterrichten viel Spaß und Freude. Ich habe viel dazugelernt. <BR /><BR /><b>Warum ist Religion als Schulfach wichtig?</b><BR /><BR />Prantl: Der Religionsunterricht ist für viele Kinder ein wichtiger Berührungspunkt mit Glauben und Religion. Er bietet die Möglichkeit, grundlegende Fragen zu stellen, Geschichten kennenzulernen und Werte zu entdecken. Deshalb halte ich den Religionsunterricht für einen wichtigen Bestandteil der schulischen Bildung. Geschichten aus der Bibelassen sich sehr gut auf die heutige Zeit übertragen. Das ist für die Kinder wichtig. Zudem hat auch das Miteinander im Religionsunterricht Platz: Wie begegnet man sich untereinander? Der Religionsunterricht greift auch Themen und Anliegen auf, die gerade in der Klasse aktuell sind. Das kann man gut in das Fach integrieren. Manchmal nimmt die Religionsstunde eine ganz spontane Wendung. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1308069_image" /></div> <BR /><b>Wie erleben Sie das Interesse der Kinder an Religion?</b><BR /><BR />Prantl: Die Kinder sind sehr interessiert und lassen sich begeistern. Das Elternhaus kann dazu beitragen, diese Begeisterung weiterzuleben.<BR /><BR /><b>Welche Momente sind ganz typisch für Ihre Religionsstunde?</b><BR /><BR />Prantl: Ich beginne jede Religionsstunde mit einem Ritual. Das ist ein kurzes Gebet und ein Kreuzzeichen. Das kennnen viele oft gar nicht mehr. Wir singen auch viel, ich habe immer meine Gitarre mit dabei. Das Lieblingslied der meisten Kinder ist „Laudato sii“.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74528011_quote" /><BR /><BR /><b>Was sind ihre eigenen Erinnerungen an den Religionsunterricht?</b><BR /><BR />Prantl: Ich bin in Kaltern aufgewachsen und habe die Zwergschule in St. Josef am See besucht. In den ersten beiden Jahre hatten wir in der Grundschule einen Pfarrer als Religionslehrer. Er war streng. Ab der dritten Klasse war Thea unsere Religionslehrerin. An diese Zeit habe ich viele schöne Erinnerungen. Von Thea habe ich ganz viel für meine Arbeit mitbekommen. Sie steht mir heute noch mit Rat und Tat zur Seite, wenn ich Fragen habe. <BR /><BR /><b>Auf Instagram und Facebook präsentieren Sie köstliche Gerichte. Ihre Videos werden millionenfach angeklickt. Sprechen Sie die Schüler auf Ihre Influencer-Karriere an?</b><BR /><BR />Prantl: Ja, das kommt schon mal vor. Dann erzählen sie z. B., dass ihre Mama gestern etwas nachgekocht hat oder dass sie, mich im Video gesehen haben. Das gehört mittlerweile einfach dazu. Ich möchte das aber nicht zum Thema im Unterricht machen. Ich lache dann einfach und sage, dass es mich freut. <BR /><BR /><embed id="dtext86-74528012_quote" /><BR /><b><BR />Hinter der Produktion von Videos steckt auch viel Arbeit.</b><BR /><BR />Prantl: Das stimmt. Das mit Instagram ist in kurzer Zeit sehr groß geworden. Um mich mehr darauf zu konzentrieren, werde ich die Tätigkeit als Lehrerin aufgeben. Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen. Aber vielleicht kehre ich später wieder in die Schule zurück. <BR /><BR /><b>Sie sind auch Kabarettistin. Darf man über Gott Witze machen?</b><BR /><BR />Prantl: Ich glaube, Humor und Religion kann man gut verbinden. Ob man über Gott Witze machen kann, kommt ganz auf die Situation an. Mir fällt jetzt keiner ein (lacht).