Jetzt legt der Kalterer eine kreative Pause ein – aber nur auf STOL. Sie machen jetzt Pause...Dietmar Prantl: Aber nur auf „Südtirol Online“. Mich gibt es weiterhin als Kabarettist, ob beim Freilichtkabarett im Sommer, oder anderen Veranstaltungen, wo man mich braucht. Haben Sie als Kabarettist Vorbilder, von denen Sie sich etwas abschauen?Prantl: Wer abschaut und nachmacht ist nur eine Kopie, zumeist eine schlechte. Ich bin der Dietmar Prantl mit seinen Macken, seinen guten und schlechten Seiten und ich habe meinen eigenen Stil. Haben Politiker auf Ihr Kabarett reagiert und sich bei Ihnen beschwert – etwa, wenn Sie sie auf die Schippe genommen haben?Prantl: Nein, nie. Aber schon Marcel Reich-Ranicki hat einmal gesagt: Nicht jene Schriftsteller sind mit ihm beleidigt, die er kritisiert, sondern jene über die er gar nicht schreibt. So ist es, denke ich, auch beim Kabarett. Sie sind jahrelang im Sender Bozen aufgetreten. Würden Sie dort weitermachen, wenn man Sie fragen würde?Prantl: Man kann über alles reden. Ich werde nach wie vor sehr oft angesprochen, warum ich nicht mehr im Fernsehen auftrete. Das war eine Entscheidung des RAI-Senders Bozen, nicht meine. Wenn der Sender Bozen mich wieder haben möchte, wird er auf mich zukommen. Viele Künstler haben großes Lampenfieber vor Ihren Auftritten – sogar nach Jahren und Jahrzehnten. Sie auch?Prantl: Am Tag einer Premiere bin auch ich eher ungenießbar. Der erste Tag ist immer schwierig, weil man nicht weiß, wie die Pointen beim Publikum ankommen. Auch bei den übrigen Aufführungen ist immer noch die nötige Anspannung da, aber nicht wie beim ersten Mal. Worüber lachen Sie selbst am meisten?Prantl: Bei uns zuhause wird viel gelacht; meine Frau, meine Töchter und neuerdings mein Enkel Simon bringen mich zum lachen. Man sollte auch immer über sich selbst lachen können. Im Theater lache ich eher weniger. Wenn man selbst tätig ist, hat man einen anderen Zugang und achtet mehr auf andere Dinge, etwa wie sich die Schauspieler bewegen oder wie die Regie ein Stück umsetzt.Was ist Ihr größter Fehler?Prantl: Oft nicht Nein sagen zu können.Welchen Satz über sich selbst hassen Sie am meisten?Prantl: Eigentlich keinen speziellen Satz. Bekannte von uns meinen oft, dass es mich störe, wenn uns die Leute auf der Straße oder beim Wandern „so sig holt i's“ zurufen. Das passiert oft auch mehrmals am Tag. Wenn mir das auf die Nerven gehen würde, dann wäre es Zeit, als Kabarettist aufzuhören. Dem ist aber nicht so, denn das gehört dazu und zeigt einem ja nur, dass man von den Mitmenschen wahrgenommen wird. Worauf sind Sie besonders stolz?Prantl: Eine intakte Familie zu haben.Was ist für Sie eine Versuchung?Prantl: Alles was süß ist.Bezieht sich das nur auf Kulinarisches oder auch auf das andere Geschlecht?Prantl (lacht): Nur auf Kulinarisches.Was sagt man Ihnen nach?Prantl: Dass ich mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg halte.Komplettieren Sie bitte folgenden Satz: Mit 18 Jahren wollte ich...Prantl: ..so schnell wie möglich ein eigenes Auto besitzen.Welche natürliche Gabe möchten Sie neben Ihrem Humor noch besitzen?Prantl: Eine Welt ohne Kriege zu schaffen.Interview: Stephan Pfeifhofer