Montag, 01. März 2021

Golden Globes: Borat 2 und Nomadland räumen ab – Auch Laura Pausini gewinnt

Die Komödie „Borat Subsequent Moviefilm“ des britischen Komikers Sacha Baron Cohen und das Roadmovie „Nomadland“ von Regisseurin Chloe Zhao sind die diesjährigen Sieger der Golden Globes. Die beiden Filme gewannen am Sonntagabend (Ortszeit) die Auszeichnungen für die beste Filmkomödie und das beste Filmdrama.

Die Verleihung fand coronabedingt im kleinen Rahmen statt.
Die Verleihung fand coronabedingt im kleinen Rahmen statt. - Foto: © APA (AFP) / UNBEKANNT
Zhao wurde auch als beste Regisseurin geehrt, Cohen als bester Hauptdarsteller einer Komödie. Mit Chloe Zhao wurde die erste weibliche Regisseurin seit 1985 mit dem Preis ausgezeichnet.

Der im vorigen August an Krebs gestorbene „Black Panther“-Star Chadwick Boseman wurde posthum mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Seine Witwe Simone Ledward nahm die Trophäe unter Tränen entgegen.


US-Schauspielerin und Sängerin Andra Day (36) gewann den Globe als beste Drama-Darstellerin. Sie holte die begehrte Auszeichnung mit ihrer Hauptrolle in „The United States vs. Billie Holiday“, einem Biopic über die Jazz-Sängerin Billie Holiday. Es ist ihre erste Globe-Trophäe.

Die große Überraschung war aber der britische Komiker Sacha Baron Cohen, der in der Fortsetzung seines im Jahr 2006 gedrehten Kassenschlagers „Borat“ wieder einen fiktiven kasachischen Fernsehreporter spielt. Sein erster „Borat“-Auftritt hatte ihm ebenfalls die Trophäe eingebracht. Cohen setzte sich bei der 78. Globe-Verleihung unter anderem gegen Lin-Manuel Miranda („Hamilton“) und Dev Patel („David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück“) durch.

Deutsche Helena Zengel geht leer aus

Die deutsche Nachwuchshoffnung Helena Zengel (12) verpasste die Sensation und musste sich als beste Nebendarstellerin Hollywood-Star Jodie Foster geschlagen geben. Zengel war für ihre Rolle in dem Western „Neues aus der Welt“ an der Seite von Tom Hanks nominiert gewesen.



Die Schauspielleistung der Zwölfjährigen hatte für Furore gesorgt. Das Bewerberfeld bei den Golden Globes war allerdings hochkarätig: Als beste Nebendarstellerin nominiert waren neben Foster, die die Auszeichnung für ihre Darstellung im Terrorismus-Thriller „The Mauritanian“ erhielt, auch Glenn Close, Olivia Colman und Amanda Seyfried.

Rosamunde Pike erhielt den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in der Sparte Komödie/Musical. In der bissigen Satire „I Care a Lot“ spielt sie eine eiskalte Betrügerin. Die Britin setzte sich mit ihrem Auftritt unter anderem gegen Kate Hudson („Music“), Michelle Pfeiffer („French Exit“) und Maria Bakalova („Borat Subsequent Moviefilm“) durch.

Koreanischer Film „bester nicht-englischsprachiger Film“

Erster Preisträger des Abends war der Brite Daniel Kaluuya gewesen. Er erhielt den Globe als bester Nebendarsteller für seine Rolle in dem Historiendrama „Judas and the Black Messiah“ als Black-Panther-Aktivist Fred Hampton. Es ist sein erster Globe-Gewinn. Kaluuya setzte sich bei der 78. Globe-Verleihung unter anderem gegen Bill Murray („On the Rocks“) und Sacha Baron Cohen („The Trial of the Chicago 7“) durch.

Das Familiendrama „Minari“ von US-Regisseur Lee Isaac Chung (42) holte den Golden Globe in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“. Der Regisseur nahm die Trophäe in der Nacht zum Montag in einer Live-Schaltung entgegen. Mit „Minari“, hauptsächlich in koreanischer Sprache gedreht, waren unter anderem Filme aus Italien, Frankreich und Dänemark im Rennen gewesen.

Laura Pausini gewinnt Bester Filmsong

Auch die bekannte italienische Sängerin Laura Pausini durfte sich über einen Golden Globe freuen: Sie gewann in der Kategorie Bester Filmsong mit „Io Sì“ aus dem Film „La vita davanti a se“ von Edoardo Ponti.

„Ich hätte mir nie erträumt, so weit zu kommen“, schrieb die Sängerin in den sozialen Medien. Sie widmete den Preis „dem Mädchen, das vor 28 Jahren in Sanremo gewann und sich nie erwartete hatte, so viel zu erreichen.“






Die Verleihung der 78. Golden Globes ging mit massiven coronabedingten Einschränkungen in Beverly Hills und New York über die Bühne. Moderiert wurde die Gala von den Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler. Sie begrüßten Krankenschwestern und andere Vertreter aus systemrelevanten Berufen - ein deutlich kleineres Live-Publikum als sonst im großen Ballsaal.

Gewöhnlich findet die Trophäenvergabe während einer Gala mit Hollywoods bekanntesten Prominenten in Beverly Hills statt, aber wegen der Corona-Auflagen werden die Nominierten heuer virtuell von Standorten in aller Welt dazu geschaltet. Auch das Gedränge am roten Teppich fiel aus. Die nominierten Stars wie Carey Mulligan, Leslie Odom Jr. und Kate Hudson stimmten sich in Live-Schaltungen auf die Show ein. Für die Britin Mulligan war es in ihrer Heimat mitten in der Nacht.

Die glänzenden Weltkugeln sind nach den Oscars Hollywoods höchste Auszeichnungen und werden vom Verband der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernsehkategorien verliehen.

apa