Ins Leben gerufen wurde die Bibliothek Aufhofen mit ihren Räumlichkeiten im Widum Anfang der 1980er-Jahre. Treibende Kraft war der damalige Ortspfarrer Gottfried Fuchs gewesen. Zunächst bestand sie als Pfarrbibliothek, später wurde sie als Zweigstelle in die Öffentliche Bibliothek von St. Georgen eingegliedert.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001743_image" /></div> <BR />„Jahrzehntelang war die Einrichtung bei Jung und Alt beliebt und vor allem ein Treffpunkt für alle nach dem Gottesdienst am Sonntag“, erklärt Martina Felder Winkler, die zuletzt zusammen mit Petra Thaler Berger die Aufhofener Zweigstelle geleitet hat. Als dann wegen des Priestermangels die Sonntagsmessen in Aufhofen seltener wurden, habe man die Öffnungszeiten der Bibliothek verlegen müssen. <BR /><BR />„Das war der Beginn vom Ende“, erinnert sich Winkler. Einen weiteren schweren Schlag versetzte die Corona-Pandemie der Bibliothek. Hinzu kommt, dass die Aufhofener Kinder in der Schulbibliothek der Grundschule Dietenheim, die sie besuchen (Aufhofen hat keine eigene Schule), ihre Bücher ausleihen.<h3> Immer weniger „Hauptleser“</h3>So waren zuletzt die Kinder des Kindergartens Aufhofen die Hauptleser. „Doch deren Zahl nimmt stetig ab“, erklärt Martina Felder Winkler. Heuer seien noch 20 Kinder im Kindergarten, im nächsten Jahr schrumpfe diese auf nur mehr 12. „Im Vorjahr 2023 ist in Aufhofen ein einziges Kind geboren worden“, erklärt Winkler. Die Tendenz zeige also deutlich nach unten.<BR /><BR />Aus diesem Grund und weil zu den Öffnungszeiten an den 2 Tagen der Woche niemand mehr in die Bibliothek kam, wurde beschlossen, die Zweigstelle in Aufhofen zu schließen. Bis zum letzten Öffnungstag Mitte Februar war diese von 7 freiwilligen Frauen zur Gänze ehrenamtlich geführt worden. Die Bücher für die 3- bis 6-Jährigen wurden daraufhin dem Kindergarten von Aufhofen übergeben, jene für die ganz Kleinen in die Kindertagesstätten von Dietenheim und Bruneck gebracht. Die restlichen Bücher für Jugendliche und Erwachsene werden beim Suppensonntag an diesem Sonntag, 3. März, von 11 bis 13 Uhr im Vereinshaus von Aufhofen gegen eine Spende abgegeben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001746_image" /></div> Wird es bald mehr Bibliotheken in Südtirol so ergehen wie jener in Aufhofen? Stephan Leitner, Geschäftsführer des Bibliotheksverbandes Südtirol, spricht von einem Einzelfall. „Normalerweise besteht das Problem, dass sich vor allem ehrenamtlich geführte Bibliotheken schwertun, Personal zu finden“, sagt Leitner. Der Zulauf zu den Bibliotheken sei generell stabil, hänge aber mitunter vom Standort ab.