Samstag, 25. November 2017

André Heller und seine Ideen für den Brixner Hofburggarten

Die Grundidee seiner Gestaltung des Brixner Hofburggartens hat André Heller im Beisein von Bischof Ivo Muser und Landeshauptmann Arno Kompatscher am Samstag in Brixen vorgestellt.

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Foto: © LPA

Er sei sich seiner Verantwortung bewusst und wolle den derzeit brachliegenden Hofburggarten behutsam gestalten, sagte André Heller bei der Vorstellung seiner Grundidee in Brixen. „Im Epizentrum einer Stadt braucht es Zeitlosigkeit und Qualität für die nächsten 200 Jahre“, meinte Heller. Ein Garten sei „voller Energien, die uns erhöhen“. Er wolle im Hofburggarten etwas herstellen, „das Menschen berührt“, Gäste sollen herkommen, „weil hier etwas ist, das es woanders nicht gibt“, er wolle einen „unvergesslichen Park“ schaffen, eine „Inszenierung von Wirkungen, die auf Tiefe abzielen“.

Dafür will André Heller ikonographische Kunstwerke verwenden: „30 bis 40 Kunstwerke, die staunen machen“, und Sträucher und hohe Bäume, die von Anfang an schon Schatten und Erfrischung spenden.

Hellers Entwurf ist generationenübergreifend gedacht und sieht einen  Spielplatz vor: Auch an ein Kaffeehaus und Restaurant ist gedacht, an Literatur und Musik zwischen den beiden historischen Türmen, um mit der Neugestaltung „Schönheit, Heilung, Ermutigung“ zu vermitteln. Auch Wasser nimmt in dem Projekt eine bedeutende Rolle ein.

Heller: Südtirol-Bezug ist mir wichtig

Der Südtirol-Bezug, unterstrich Heller, sei ihm wichtig: mit der Verwendung einheimischer Pflanzen, mit der Einbeziehung Südtiroler Künstlerinnen und Künstler in einer Ausstellung, mit künstlerisch gestalteten Fahnen. Der Zugang soll durch die Hofburg erfolgen, um damit die Wahrnehmung „dieses Juwels“, wie es Heller bezeichnete, zu erhöhen.

Auf der Hälfte der Gesamtfläche von rund 2,5 Hektar werden nach Hellers Plan Obstbäume stehen, die einen „Schutzmantel um das Neue“ bilden: “Wir nehmen den Obstgarten und geben ihm eine neue Bedeutung“ unter Einbeziehung der Schrift: Der Abstand zwischen den Bäumen soll nach dem Morse-Alphabet von oben gelesen einen Gedanken aus der Charta der Menschenrechte oder aus dem Sonnengesang des heiligen Franziskus wiedergeben.

„Wir vermitteln Tradition, um sie zu verbünden mit der Gegenwart“, unterstrich der Künstler. Wichtig sei ihm auch die Ruhe: Im neugestalteten Garten sollen sich gleichzeitig nur an die 300 Personen aufhalten. Bei der Gestaltung des Hofburggartens wolle er „nichts übernehmen, was es schon gibt“.

Muser: „Besitz ist uns anvertraut, und uns liegt daran, den Besitz zu demokratisieren“

Diesem Projekt entnehme er, dass sich der Künstler mit dem Genius loci auseinandergesetzt hat, betonte Bischof Ivo Muser. Besonders gefalle ihm die Öffnung für alle von etwas, was in der Vergangenheit nur Wenigen zur Verfügung stand: „Besitz ist uns anvertraut, und uns liegt daran, den Besitz zu demokratisieren“.

Die Hofburg und der Hofburggarten seien „ein Juwel, das es gilt zu nützen“.  Am von Heller vorgestellten Projekt spreche ihn die Verbindung von Tradition und Neuem an, von Schöpfung und Kunst, das Konzept von Schönheit. Und: dass der Plan kein Event vorsehe, sondern „Nahrung für die Seele, Kontemplation und Spiritualität, Vernetzung und sich als Teil des Ganzen fühlen“.

Kompatscher: Garten ist von Landesinteresse

Die Entwicklung des Hofburggartens, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher, sei von Landesinteresse, es liege ihm daran, diesen Garten einer möglichst guten Lösung zuzuführen. Was ihn an Hellers Konzept anspreche, sei die Friedens- und Humanitätsbotschaft und das Mit-Hereinnehmen der Geschichte.

Achammer: Zum Wesentlichen finden

Es gehe, fügte Kulturlandesrat Philipp Achammer, nicht um schneller, höher, weiter, sondern darum, wieder zum Wesentlichen zu finden. Auch ihn spreche, erklärte er, die geplante Offenheit an: dass es ein Garten aller werde.

lpa/stol

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