Mittwoch, 18. September 2019

Ausstellung: „Dostojewskaja“ - von Russland bis nach Gries

150 Jahre nach der Geburt der Schriftstellerin Ljubow Fjodorowna Dostojewskajas, der Tochter des großen russischen Schriftstellers Fjodor Michailowitsch Dostojewski veranstaltet der Kulturverein Rus’ eine Ausstellung, in der ihr Leben und Werk vorgestellt werden. Dostojewskaja verbrachte die letzten Monate ihres Lebens im Grieserhof in Bozen. Dort starb sie im Jahr 1926 und wurde im Friedhof Oberau beigesetzt.

Unzählige Krankheiten führten die russische Schriftstellerin Ljubow Fjodorowna Dostojewskaja quer durch Europa bis nach Gries. - Foto: Kulturverein Rus'
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Unzählige Krankheiten führten die russische Schriftstellerin Ljubow Fjodorowna Dostojewskaja quer durch Europa bis nach Gries. - Foto: Kulturverein Rus'

Die in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein „Circolo Culturale La Stanza“ veranstaltete Ausstellung Ljubow Fjodorowna Dostojewskaja, Schriftstellerin wird am Donnerstag, dem 26. September um 18 Uhr in l’Espace La Stanza in der Horazstraße 34/A in Bozen eröffnet.

„Die Emigrantin“

Bei der Eröffnung wird der Roman Èmigrantka“ (die Emigrantin) in italienischer Sprache vorgestellt, den die Dostojewskaja bei einem Aufenthalt in Rom im Winter 1911/1912 schrieb. Es werden Vertreter des Kulturvereins Rus’ und Frau Baselica anwesend sein, die über die besondere literarische Beziehung zwischen Ljubow Fjodorowna Dostojewskaja und Virginia Woolf sprechen.

Die ausgestellten Bilder werden vom Literatur- und Gedenkmuseum F. M. Dostojewski in Sankt Petersburg und vom Napoleonischen Museum in Rom zur Verfügung gestellt.

Tochter eines großen russischen Schriftstellers

Auch wenn sie hauptsächlich mit der Biographie ihres Vaters („Dostojewski. Geschildert von seiner Tochter“) bekannt wurde, schrieb Ljubow Fjodorowna Dostojewskaja auch 2 Romane, „Èmigrantka“ (die Emigrantin) und „Adwokatka“ (die Anwältin), sowie die gesammelten Erzählungen „Kranke Mädchen“.

Die hier vorgestellte Romanhandlung ist vorwiegend in Italien angesiedelt und stellt den Wesenszug ihres Werks in den Vordergrund, mit dem sie Menschen und Situationen plakativ beschreibt – vornehme Salons in Rom, Armenviertel, die malerische Natur in Umbrien oder die elegante französische Riviera.

Von Russland nach Südtirol

Unzählige Krankheiten zwangen die Schriftstellerin immer wieder in westeuropäische Krankenhäuser und Sanatorien. 1913 reiste sie unter anderem nach Nizza, Menton, Paris, Vichy und Berlin.

Im Jahr 1924 zog sie von Nizza nach Meran, wo sie auch den Winter 1925-26 zur Behandlung verbrachte. Die letzten beiden Lebensjahre irrte sie durch Italien. 1926 kam sie wegen eines Augenleidens ins Sanatorium Grieserhof nach Gries. Als Dostojewskaja dort 1926 völlig verarmt starb, wurde Perniziöse Anämie als offizielle Todesursache angegeben (Blutarmut aufgrund von Vitaminmangel).

Die Ausstellung bleibt in l’Espace La Stanza bis zum 5. Oktober jeweils von Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr und an Samstagen von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Sonntags ist geschlossen. Der Eintritt ist frei.

stol

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