Montag, 28. Mai 2018

Berlin: „Kippa des Anstoßes“ kommt ins Museum

Die jüdische Kopfbedeckung, die im Mittelpunkt eines antisemitischen Angriffs Mitte April in Berlin stand, kommt ins Museum. Die Kippa, wegen der ein junger Israeli von einem 19-jährigen Syrer angegriffen und beleidigt worden war, wird ab Donnerstag im Jüdischen Museum Berlin ausgestellt.

„Berlin trägt Kippa“ - unter diesem Motto stand Ende April eine Solidaritätskundgebung in Berlin.
„Berlin trägt Kippa“ - unter diesem Motto stand Ende April eine Solidaritätskundgebung in Berlin. - Foto: © APA/AFP

„Die Kippa des Anstoßes“ – unter diesem Namen wird die Bedeckung präsentiert. Auch die Hintergründe der Solidaritätskundgebung „Berlin trägt Kippa“ vom 25. April sollen dargestellt werden, wie eine Museumssprecherin erklärte.

Mit einer eigens eingerichteten Vitrine, in der nun als erstes die Kippa ausgestellt wird, will das Museums in Zukunft schneller auf aktuelle Ereignisse reagieren. In der neuen Dauerausstellung, die Ende 2019 eröffnet werden soll, werde Religion ein stärkeres Gewicht bekommen, sagte Museumsdirektor Peter Schäfer der Deutschen Presse-Agentur. Gleich zu Beginn werde das Wort stehen in Gestalt der Tora, die die heiligen Schriften der Juden versammelt.

Die erste Dauerausstellung im Museumsbau des Architekten Daniel Libeskind wurde Ende 2017 nach 15 Jahren geschlossen. Insgesamt hatten die Schau über 2000 Jahre deutsch-jüdische Geschichte mehr als 11 Millionen Menschen gesehen.

Antisemitischer Angriff mit Smartphone gefilmt

Mitte April waren zwei junge Juden in Berlin angegriffen und antisemitisch beleidigt worden. Einer der Täter, ein arabisch sprechender Mann, schlug mit einem Gürtel auf eines der Opfer ein. Die beiden 21 und 24 Jahre alten Juden trugen eine Kippa, eine traditionelle jüdische Kopfbedeckung, als sie am Abend des 17. April im Stadtteil Prenzlauer Berg unterwegs waren. Der 21-jährige Israeli filmte den Vorfall mit seinem Smartphone und stellte das Video ins Netz. Der Täter hat sich kurz darauf der Polizei gestellt.  

dpa

stol