Samstag, 02. Oktober 2021

150. Jubiläumsjahr: Historische Dampflok fährt durchs Pustertal

Der heutige Samstag stand im Pustertal ganz im Zeichen der öffentlichen Mobilität und der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Pustertal Bahn. Höhepunkt des Tages war die Fahrt einer historischen Dampflok von Franzensfeste nach Innichen und am Nachmittag wieder retour. Dabei konnten sich die Fahrgäste ein Bild machen, wie das Bahnfahren früher war. In drei Bahnhöfen, und zwar in Bruneck, in Welsberg und in Toblach wurde Halt gemacht.

Eine historische Dampflokomotive fährt durchs Pustertal. - Foto: © privat
Vor 150 Jahren, genau am 30. November 1871, wurde die Pustertal Bahn offiziell eröffnet. Der fast 200 Kilometer lange Abschnitt von Villach nach Franzensfeste, mit Anbindung an die Brennerbahn, hat Wien, die Hauptstadt der damaligen k. u. k. Monarchie mit der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck verbunden. Die Pustertal Bahn ist ein Teilabschnitt der Südbahn und hat maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung im Pustertal vorangetrieben und beeinflusst.

Die ausgebuchte Dampflok fuhr am Samstagmittag von Franzensfeste nach Innichen und macht sich am Nachmittag wieder auf den Rückweg nach Franzensfeste. Aufgrund der aktuellen Anti-Corona-Vorgaben war eine Fahrt nur mit Reservierung möglich.



Eine besondere Hilfeleistung kam, wie der Landesfeuerwehrverband berichtet, von der Freiwilligen Feuerwehr Welsberg, die für eine Tankfüllung von 20.000 Liter Wasser für die historische Lok sorgte.




Kompatscher: „Investieren kräftig in nachhaltige Mobiltät“

Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstrich in seinen Ansprachen: „Wir investieren kräftig in nachhaltige Mobilität und vor allem auch in die Bahn: Wir werden die Riggertalschleife noch vor den Olympischen Winterspielen in Betrieb setzen und auch für den teilweise zweigleisigen Ausbau der Bahn im Pustertal weiterarbeiten, um den Fahrgästen noch einen besseren Dienst anbieten zu können. In ganz Südtirol werden wir kräftig in die nachhaltige Mobilität investieren.“




Die Politik könne eingreifen, es liegt jedoch an jedem einzelnen sein Mobilitätsverhalten anzupassen, erinnerte Kompatscher. Insgesamt solle Mobilität künftig, so wie die heutige Bahnfahrt, mehr ein Erlebnis und weniger Stress bedeuten, sagte der Landeshauptmann.

Giuseppe Brusamolin, RFI-Verantwortlicher Bahnhofsgebäude Nordost-Italien, überbrachte die Grüße der RFI-Spitze. Die Fahrt mit der historischen Bahn symbolisiere die Wichtigkeit der Bahn als Verbindung zwischen kleinen Gemeinden und für ein bequemes und nachhaltiges Fahren das ganze Jahr hindurch, so Brusamolin.





Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider unterstrich: „Vor 150 Jahren hat man die Bahn gebaut, weil es keine Autos gab. Heute bauen wir an der Bahn, weil es zu viele Autos gibt und die Bahn für eine umweltfreundliche Mobilität wichtig ist!“ Der Landesrat hob auch die Bedeutung der Mobilitätszentren hervor, beispielsweise jenes in Bruneck, die weiter dazu beitragen, dass der Umstieg auf saubere Verkehrsmittel und die Vernetzung der Mobilitätsmittel wie Rad, Bus und Bahn leichter gelingt.

„Wir setzen alles daran, die Bahn weiter auszubauen und intervenieren dazu auch in Rom und Brüssel für Finanzmittel“, sagt Alfreider. Die Bahn werde im ganzen Land ausgebaut, so auch auf der Strecke Bozen-Meran, wo die Gleise verdoppelt werden, betonte der Landesrat.

Die Bürgermeister Roland Griesmair (Bruneck), Dominik Oberstaller (Welsberg-Taisten) und Martin Rienzner (Toblach) verwiesen stellvertretend für ihre Amtskollegen im Pustertal auf die Bedeutung der Mobilitätszentren und der Weiterentwicklung der Bahn für die Orte im Pustertal. In der Vergangenheit habe die Bahn wirtschaftlichen Aufschwung im Pustertal gebracht, so die Bürgermeister.

Mehrere Aktionen an den Bahnhöfen

Zahlreiche begeisterte Bahnbegeisterte ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen, an Bord der historischen Eisenbahn eine Reise wie anno dazumal anzutreten. Auf ihrer Fahrt durch das Pustertal wurde die historische Dampflokomotive von der Lorenzner Tanzlmusig, der Skischule Bruneck, der Jugendgruppe der Musikkapelle Niederdorf, der Musikkapelle Toblach, die heuer ihr 200-jähriges Bestehen feiert und dem Biathlon-Maskottchen Bumsi begrüßt. Am Bahnhof Toblach erwartete Percussions-Künstler Max Castlunger die Gäste, dessen interaktive Musik-Ausstellung noch bis Ende Oktober im Toblacher Grand Hotel besucht werden kann.

Bei der Feierstunde am Gelände des Grand Hotel in Toblach, bei der auch Landesrätin Waltraud Deeg sowie die Landesräte Giuliano Vettorato und Massimiliano Bessone, Landtagspräsidentin Rita Mattei und der Landtagsabgeordnete Gerd Lanz, Regierungskommisär Vito Cusumano mit dabei waren, berichtete der Historiker Wolfgang Strobl über die Geschichte der Bahn im Pustertal. Diese begann mit der größten im Pustertal je gesehenen Baustelle und mit einiger Skepsis der Menschen vor Ort.

Der Bahnbau wurde zuerst skeptisch betrachtet. Die Pustertal Bahn wurde vor 150 Jahren, genau am 30. November 1871, offiziell eröffnet. Der fast 200 Kilometer lange Abschnitt von Villach nach Franzensfeste, mit Anbindung an die Brennerbahn, hat Wien, die Hauptstadt der damaligen k. u. k. Monarchie mit der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck verbunden. Die Pustertal Bahn ist ein Teilabschnitt der Südbahn.

Das 150-Jahr-Feier der Pustertal Bahn wurde vom Land über die Südtiroler Transportstrukturen AG STA gemeinsam mit der italienischen Bahngesellschaft RFI und der Stiftung Fondazione FS organisiert.









lpa/stol