Dienstag, 23. Juni 2020

Covid-19 und ich: Junge Menschen kommen zu Wort

Die Schulbank wird am heimischen Esstisch gedrückt, das Treffen mit den Freunden findet nur noch am Handy statt und der einzige „echte“ soziale Kontakt seit Wochen sind die eigenen Eltern: Auch Kinder und Jugendliche sind von der Coronakrise stark betroffen. Wie sie diese Zeit erleben und erlebt haben, lest ihr auf STOL in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Jugendring.

In einer gemeinsamen Aktion mit dem Südtiroler Jugendring kommen Jugendliche zu Wort.
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In einer gemeinsamen Aktion mit dem Südtiroler Jugendring kommen Jugendliche zu Wort. - Foto: © shutterstock
In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Jugendring (SJR) kommt jeden Dienstag eine Jugendliche oder ein Jugendlicher auf STOL zu Wort.

Unter dem Motto „Covid-19 und ich“ berichten sie von ihren Erfahrungen in den vergangenen Wochen und/oder äußern ihre Wünsche an die Politik.

Diesmal hat der 29-jährige Dominik Oberstaller, der Vorsitzende der Jungen Generation in der SVP, seine Gedanken zusammengeschrieben.


„Dass ein 'simpler' Virus trotz unserer Modernität in Forschung, Medizin und Gesundheit einen solchen, die gesamte Gesellschaft betreffenden Flächenbrand auslösen kann, schien vorher undenkbar – bestenfalls zu lesen in einem Science-Fiction-Thriller. Es zeigt aber auch: Wir alle sollten oftmals demütiger sein, denn auch uns sind Grenzen gesetzt.

Von dieser grundsätzlichen Einsicht abgesehen, ergeben sich für mich daraus eine Reihe von Feststellungen und Lehren, von denen ich hier aber nur 3 nennen möchte:

Dieser gesundheitsbedingte Zusammenbruch zeigt vor allem eins: Auch die Staatsfrauen bzw. -männer haben lange Zeit die Gefährlichkeit des Virus unterschätzt, obwohl von wissenschaftlicher Seite nachdrücklich gewarnt wurde. Ich persönlich würde mir deshalb wünschen, dass wir in Hinkunft die Wissenschaft ernster nehmen – das bedeutet auch, dass wir endlich damit aufhören präventive Schutzmaßnahmen, wie etwa das Impfen, zu bagatellisieren. Nennen wir das Kind beim Namen: Bisher gingen Diskussionen über solche Maßnahmen mit vielen negativen Kommentaren einher - die überhaupt erst dem Luxus einer Wohlstandsgesellschaft geschuldet sind. Die Krise jetzt hat aber gezeigt, was passieren kann, wenn Viren ohne jede Form des Schutzes zirkulieren.

Eine weitere Feststellung, die sich ganz akut bemerkbar gemacht hat, findet sich in einer autonomiepolitischen Dimension wieder. Hätten wir die staatlichen Vorgaben zu den Einsparungen im Gesundheitswesen widerspruchslos mitgetragen, wären wir in dieser Krisensituation spürbar schlechter dagestanden. Auch die Konsequenzen wären zweifelsfrei tragischer gewesen. Das Gleiche galt und gilt in Bezug auf das Landesgesetz zur eigenständigen Lockerung des Lockdowns.

Es sind jeweils Beispiele, die zeigen, dass besonders in solchen Krisenmomenten autonomiepolitischer Handlungsspielraum Gold wert ist und dass es ihn auszudehnen gilt.

Während des Notstandes zeigte sich eine sehr edle Tugend, von der ich mir wünschen würde, dass wir sie auch weiterhin bewahren können: Zusammenhalt und Solidarität - angefangen bei der schier übermenschlichen Leistung, die das Gesundheitspersonal in den Krankenhäusern erbracht hat, hin zur wichtigen Mithilfe von Ehrenamtlichen beim Weißem Kreuz, der Feuerwehr etc., bis zur Nächsten Hilfe und Selbstdisziplin, die die Südtirolerinnen und Südtiroler tagein, tagaus bewiesen haben. Das sind Dinge, die nicht selbstverständlich sind, weshalb ich sehr hoffe, dass wir jetzt, wo wir die gesundheitliche Krisensituation einigermaßen überstanden haben, uns weiterhin auf diese besinnen und nicht Marktschreiern und Rattenfängern mit Flöten auf den Leim gehen.


Mach auch Du mit!

Wenn auch Du den politischen Entscheidungsträgern mitteilen möchtest, wie Du die Dinge siehst, was Deiner Meinung nach anders zu regeln ist oder was bereits richtig geregelt wird, dann kannst Du das hier mittels eines Statements machen.

Wenn Du aus Deinem Corona-Alltag berichten möchtest, also darüber, wie sich Dein Leben mit Corona verändert hat, wie du Schule, Universität oder die Arbeit erlebst oder darüber, wie Deine „Online-Treffen“ „echte“ soziale Kontakte ersetzen, dann kannst Du diesen Erfahrungsbericht hier schicken.

stol